Die Frages des Monats — Januar 2020

Drei Minuten Lesezeit. Veröffentlicht am 26. Januar 2020.

Mit einer neuen Artikel-Reihe starte ich ins neue Jahr: „die Frage des Monats.“ Jeden Monat stelle ich Freunden, Familie, Feinden und anderen Menschen eine Frage zu allen möglichen Themen, und veröffentliche die Antworten hier — ungekürzt.

Die erste Frage ist bereits eine Gast-Frage und stammt von Nina von Nerdbeeren:

Welcher immer wieder zitierte Spruch ist für dich der größte Blödsinn und warum?

Die Antworten erscheinen in zeitlicher Reihenfolge, älteste zuerst.

„Der Kron“

Der blödeste Spruch für mich ist:

Da sind immer zwei dran schuld.

Der Spruch kommt gerne, wenn eine Kommunikation zwischen zwei Menschen nicht gelingt. Bei mir die Kommunikation mit der Ex-Frau.

Warum ich den unfassbar blöde finde? Zum einen geht es mir nicht um Schuld. Nie. Ich bin nämlich kein Richter, die sprechen schuld. Und nur selten geht es mir um moralische Schuld, da ich auch kein Priester oder Gott bin (na gut, über Letzteres könnten wir diskutieren 😉 )

Ich ärgere mich schlicht darüber, wenn friedliche Kommunikation nicht gelingt. Man könnte natürlich auch auf Dauerstreit setzen, dafür ist mir das Leben aber zu kostbar. Mir ist eben friedliche Verbundenheit wichtig (in diesem Fall, weil es gemeinsame Kinder gibt) und weil ich gerne gehört und verstanden werden möchte bzw. eine gewisse Zuverlässigkeit benötige. Wenn das alles nicht klappt, ist es mir egal, wer „schuld“ ist, das macht nix besser.

Zugleich stimmt der Satz inhaltlich eben nicht und verteilt die Verantwortung (statt Schuld) für den Krieg (statt Frieden), wo es nichts zu verteilen gibt. Es genügt bei zwei Menschen nur einer, um friedliche Kommunikation scheitern zu lassen. Das ist relativ einfach, man muss nur nicht antworten, wenn es um Interessen des Anderen geht; diesen Anderen dauerhaft beleidigen und verurteilen; Bitten nicht hören und schon gar nicht erfüllen. Wenn man wie ich den Streit als Dauerkommunikationsform ausschließen möchte, dann bleibt am Ende nur die Kommunikation des Kommunikationsabbruchs, nach Peter Fuchs ein terroristischer Akt — für den beide Seiten dann Verantwortung tragen, auch wenn die energetische Kraft für den Nicht-Frieden maßgeblich bei einer Seite gelegen hat. Hier bei der Mutter.

Jens (Hiking Blog)

Bei mir ist das in Bezug auf Wandern definitiv:

Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.

Selbstverständlich gibt es schlechtes Wetter. So stürmisches, von starkem Niederschlag und vielleicht sogar von Gewitter oder Hagel begleitetes Wetter. Das kann einem so richtig jede Wanderung vermiesen. Gute, wetterfeste Kleidung macht es vielleicht erträglicher, aber das Wetter bleibt immer noch schlecht.

Den ganzen Tag im Dauerregen im Matsch durch eine nebelverhangene Landschaft zu wandern, macht mir definitiv auch in der besten Regenbekleidung keinen Spaß. Daher ist der Spruch für mich der größte Blödsinn.

Daniel Scherer (Social Life Concept)

Bleib wie du bist (Autor unbekannt)

Bei diesem Spruch hole ich immer erst einmal tief Luft.

Die gute Absicht und das Kompliment dahinter erkennend, bedanke ich mich dafür innerlich und antworte mit einem Lächeln. Allerdings kann ich es fast nie einfach so im Raum stehen lassen und manchmal schießt es gerade nur so aus mir heraus.

Nein! Bloß nicht! Ich will nicht bleiben, wie ich bin.

Ich will mich weiter entwickeln, stetig. Zu bleiben wie ich bin (und ich bin schon ein toller Mensch) aber das wäre für mich der blanke Horror. Ich lerne doch jeden Tag etwas neues dazu, manchmal kommt es sogar dazu, dass ich es auch anwenden kann und mich erfolgreich weiterentwickle.

Sei es individuell oder gesellschaftlich, wir müssen uns weiterentwickeln. Sollte ich diesen Drang einmal verlieren, würde ich das als komplette Resignation erleben. Auch wenn es sicherlich Menschen gibt, die das so leben, glauben bereits die höchste Stufe der Schöpfung erreicht zu haben, möchte ich doch nicht zu ihnen gehören. Wir haben so viele Ebenen auf denen wir uns weiterentwickeln können. Die neuronalen Verschaltungen unseres Gehirns bleiben bis ins hohe Alter vorhanden und befähigt, mit der richtigen Motivation uns stetig weiter zu bilden.

„Lasst jeden Morgen besser sein als den Abend zuvor […]“ Dazu gehört für mich lebenslanges Lernen (und anwenden). So kann ich präventiv auch Demenzerkrankungen, Depressionen und anderen Krankheiten entgegen gehen. Aber ehrlich gesagt, geht es mir nicht darum. Der menschliche Wissensschatz war noch nie so groß, wie heute. Der Zugang dazu ist auch gegeben durch das Internet, wenn auch nicht immer einfach in der Selektion. Wir haben also alle Grundlagen um uns stetig fortzubilden und das tun wir auch.

Wir können „nicht nicht kommunizieren“, ist genauso richtig wie, „wir können nicht nicht lernen“. Wir tun es de facto jeden Tag. Ein Verweigern ist schwierig, auch wenn manche Menschen es erfolgreich versuchen.

Entwickle dich weiter, lerne neue Sprachen, neue Menschen, neue Orte, neue Wege kennen! Und wenn irgendwann die Erkenntnis kommt, „ch weiß, dass ich nichts weiß“, dann kannst du selbst das nicht wissen, also mach weiter! Bleib hungrig!

Aber denk dran, nichts ist absolut! Hast du also schon die Lebensmaxime des lebenslangen Lernens für dich entdeckt, dann: bleib, wie du bist! 😉

Hü Baydar

Du bist was du isst

„Du bist was du isst“ ist für mich Blödsinn. Wenn ich Schweinefleisch esse, bin ich doch kein Schwein etc. Es passt eigentlich nur wenn man Kannibale wäre! Dahinter steckt ja eigentlich „Die Ernährung ist die Grundlage deiner Gesundheit“! Dies finde viel sinnvoller!


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