Wie du dein Unternehmen in Zeiten der Ungewissheit nach vorne bringst

Vier Minuten Lesezeit. Veröffentlicht am 3. April 2020.

Mit dem, was aktuell durch die Coronakrise passiert, teilen viele meiner Klienten, und mit ihnen ich, dieselbe Meinung: Obwohl so vieles unklar ist, sind wir uns sicher, dass nicht nur diese Ungewissheit von Dauer ist.

Nach Gesprächen mit ihnen teile ich auch mit dir unsere Ideen, mit denen du dich als Unternehmer/-in oder Freiberufler/-in — und als Angestellter/-in — besser auf die Welt von morgen vorbereiten kannst.

Wie es gerade ist

Für den Augenblick — und dann noch für einige Zeit länger — ist das die neue Normalität:

  • Viele Menschen arbeiten von zu Hause aus,
  • unsere Kunden, Klienten und Auftraggeber machen sich Sorgen um den Zugang zu Grundversorgung, Ärzten und Kinderbetreuung,
  • unsere Art der Zusammenarbeit mit Kunden, Klienten, Auftraggebern und Lieferanten ändert sich von Moment zu Moment und
  • (Geschäfts-)Reisen und Logistik sind beeinträchtigt.

Diese neue Normalität ist unsere Generalprobe.

Unsere Generalprobe ist jetzt

Die Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Herausforderungen stellen einen auch für uns Unternehmer und Freiberufler definierenden Augenblick dar: Wir haben die Gelegenheit, in einer stärkeren Position aufzutreten und die Beziehungen zu unseren Kunden, Klienten, Auftraggebern und Geschäftspartnern zu vertiefen.

Wir können Unternehmen aufbauen, die besser angepasst sind für die Welt, die vor uns liegt: Unternehmen, die sich ständig anpassen.

Denn die Welt, die vor uns liegt, wird mit noch mehr und nicht weniger einschneidenden Unsicherheiten gespickt sein — von einer sich wandelnden Globalisierung bis hin zum weiter voranschreitenden Klimawandel.

Und für viele von uns ist das deshalb jetzt die Generalprobe, und was wir jetzt tun, wird uns für die Zukunft vorbereitet sein lassen.

Deine Relevanz bei Kunden, Klienten und Auftraggebern

Eine der Kernfragen, die in den Gesprächen stets aufkommt, ist, ob und wie Unternehmer und Freiberufler für ihre Kunden, Klienten und Auftraggeber in dieser neuen Normalität relevant bleiben können. Dafür ließen sich bei allen diese drei wesentlichen Merkmale herausarbeiten:

Um in dieser Krise grundsätzlich bestehen zu können und Relevanz zu beweisen, musst du…

…dein Angebot ständig verbessern und anpassen. Nicht alle Produkte und Dienstleistungen sind heute von der gleichen Bedeutung wie gestern.

…das Problem lösen, wie deine Produkte oder Dienstleistungen deine Kunden, Klienten und Auftraggeber erreichen. Viele unserer Vertriebskanäle und -orte sind vorübergehend stillgelegt worden. Das ist allerdings meist kein Problem deiner Dienstleistungen oder Produkte, sondern ein Problem des Zugangs für deine Kunden, Klienten und Auftraggeber. Und es liegt an dir, herauszufinden, wie deine Dienstleistungen oder Produkte, die sie benötigen, sie erreichen können.

…mit Bedacht kommunizieren. Mit Sicherheit ergreifst du bereits diverse Maßnahmen, um vorbildlich zu handeln: Du ermutigst Menschen, zu Hause zu bleiben, von zu Hause aus zu arbeiten, direkten Kontakt zu vermeiden, und verschiebst oder virtualisierst Besprechungen und vieles mehr. Allerdings können einige dieser Maßnahmen deinen Kunden, Klienten und Auftraggebern unbeabsichtigt kommunizieren, dass deine Produkte oder Dienstleistungen nicht „essenziell“ sind. Denn jede „von zu Hause aus arbeiten“-Botschaft, auf die nicht die Botschaft „wir arbeiten an Innovationen für unsere Kunden“ folgt, kann falsch interpretiert werden: Du ruhst dich sicher nicht aus und stellst dich dann später neu auf, und du musst dafür sorgen, dass deine Kunden, Klienten und Auftraggeber das auch wissen.

Und genau das sind dann auch die Schritte, die du tatsächlich tun musst, um dein Unternehmen in Zeiten der Ungewissheit nach vorne zu bringen und stärker und anpassungsfähig zu sein:

Vom Rückzug zur „Umrüstung“

Für die meisten von uns waren die vergangenen Wochen erst der Anfang neuer Erfahrungen und Lektionen, und viele von uns fanden sich im Rückzug wieder.

Sie konzentrierten sich darauf, schnell und verantwortungsbewusst auf Empfehlungen und Einschränkungen der Politik zu reagieren. Sie kämpften darum, den Alltag zu überleben. Die meisten Unternehmer und Freiberufler sind immer noch in einer beängstigenden Situation gefangen, in der Maßnahmen wie Lockdowns ihre Kunden, Klienten und Auftraggeber schnell in die Knie gezwungen haben — und die Behörden haben ihnen noch nicht geholfen, mit den Auswirkungen fertig zu werden. Auf kurze Sicht sind sie besorgt über den Verlust ihrer Unternehmen.

Als Gesellschaft müssen wir gemeinschaftlich handeln, um Unternehmen und Freiberuflern zu helfen zu überleben, wenn wir können.

Und du musst „umrüsten“: Die Unternehmen von heute müssen neue Wege finden, um Kunden und Klienten zu bedienen. Du kannst nicht darauf warten, dass die Vertriebskanäle und -orte wieder freigegeben werden, also musst du die Zugangsprobleme zu deinen Dienstleistungen oder Produkten mit Einfallsreichtum und Unternehmergeist lösen.

Denn oft genug gibt es kein Problem der Nachfrage — es ist ein Problem der Logistik, das allen Kunden, Klienten und Auftraggebern schadet, und du musst es lösen. Das gilt nicht nur für deine Abnehmer; es wird deine Lieferanten und Geschäftspartner dabei unterstützen, den Engpass zu überwinden und dafür zu sorgen, dass die Dienstleistungen und Produkte so zu den richtigen Leuten gelangen.

Darüber hinaus kannst du deine Kernkompetenzen und dein Kernwissen analysieren und es in neue Produkte synthetisieren, die vorher vielleicht unrentabel gewesen sind, jetzt aber direkt in deine „neuen Vertriebswege“ einfließen oder sogar neue Kanäle mit und andere Wege zu bestehenden und neuen Kunden, Klienten und Auftraggebern eröffnen.

Die nächste Generation erfolgreicher Unternehmen wird zudem die sein, die sich über Kooperationen definiert. Entwickle gegenseitig vorteilhafte Beziehungen mit Unternehmen und Freiberuflern, die allen beteiligten helfen.

Außerdem ist es wichtig nicht zu vergessen, dass die „Umrüstung“ deines Unternehmens auch deine Kommunikation umfassen muss. Sieh dir besonders deine Werbung an: In den meisten Fällen musst du alles stoppen, dich neu sortieren und neu anfangen.

Viele Unternehmer und Freiberufler haben das bereits am ersten Tag getan. Sie stellten sich auf die Notlage ihrer Kunden, Klienten und Auftraggeber ein, auch wenn sie lediglich sagten: „Wir denken an euch.“ Allerdings stecken viele andere noch in der Werbung von gestern, und wenn du deine Botschaften nicht zügig anpassen kannst, finde einen Weg, um schneller voranzukommen.

Hilft dir selbst — und dann hilfst du anderen

„Umrüsten“ fängt bei dir an, und genauso mit und bei den Menschen, die derzeit isoliert sind und sich vielleicht überfordert fühlen. Sie haben es möglicherweise mit massiven familiären Problemen zu tun. Viele versuchen, zu Hause zu arbeiten, während ihre Kinder herumlaufen. Wenn sie Glück haben, haben die ihnen Nahestehenden noch ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit. Aber das Glück ist nicht gleichmäßig verteilt. Ein Partner oder ein Verwandter könnte arbeitslos sein, ein Kind oder ein Elternteil könnte krank sein. Ein Großelternteil ist vielleicht allein, zig Kilometer entfernt.

In Zeiten von Stress kann es für Menschen schwierig sein, ihre begrenzte Energie für die Umstrukturierung von Unternehmen einzusetzen. Sie müssen sich selbst helfen.

Viele Unternehmer und Freiberufler haben bereits den ersten Schritt getan und ihren Kunden, Klienten, Auftraggebern und Geschäftspartnern Botschaften der Unterstützung und Wertschätzung zukommen lassen. Und sicher können wir Trost darin finden, zu wissen, dass wir alle gemeinsam dabei sind.

Allerdings wollen die Menschen vom Trost zur Lösung kommen. Dazu kannst und musst du beitragen. Du kannst dein bestehendes Umfeld für die alltäglichen Aufgaben mobilisieren — kochen, von zu Hause aus arbeiten, Kinder betreuen, Sport treiben und mehr. Und du kannst dein Umfeld zusammenbringen, damit es funktionierende Lösungen austauscht.

Und zu guter Letzt, und das darfst du auf keinen Fall vergessen und musst du immer beherzigen:

Wir sitzen alle in einem Boot. Nur wir alle miteinander, und nicht gegeneinander, können dafür Sorge tragen, unsere Unternehmen — und vor allem: uns — nach vorne zu bringen.

Und wenn ich dich dabei beraten kann, dann nimm gerne Kontakt mit mir auf.