Die Nicht-Tun-Liste

Zwei Minuten Lesezeit. Veröffentlicht am 7. November 2018.

In der letzten Zeit habe ich genauer beobachtet was ich alles tue, und dabei ist mir aufgefallen, dass ich mir einige Dinge angewöhnt habe, die ich wieder aufhören sollte zu tun.

Nur: Fast immer ist es schwerer etwas zu lassen als etwas zu tun. Und daher bringt es dich fast genauso oft eher weiter, Nicht-tun-Listen als Zu-tun-Listen zu pflegen um persönlich und in Bezug auf Projekte weiter zu kommen. Einer der Gründe dafür ist einfach: Was du nicht tust bestimmt was du tun kannst.

Daher habe ich für mich eine Nicht-Tun-Liste mit kurzen Erklärungen und Notizen zusammen gestellt.

Ausufernder „Informations“-konsum: Das Lesen von den verschiedensten Nachrichten und „Nachrichten“, die substanzlos sind und die keinen Mehrwert bringen, dir persönlich, und den Projekten denen du nachgehst. Sie sind überwiegend einfach Schrott und beeinflussen meine Realität nicht positiv.

E-Mails, Instant Messaging und ähnliches als erste und letzte Tätigkeit am Tag: Zu Beginn des Tages versauen sie dir die Prioritäten, und am Ende verschaffen sie dir schlaflose Nächte. All das kann bis in den späten Vormittag vertagt werden, wenigstens bis du einen Punkt der wichtig-dringenden Zu-Tun-Liste abgehakt hast.

E-Mails, Instant Messaging und ähnliches regelmäßig checken: Sammeln und nur an bestimmten Uhrzeiten des Tages durch- und gegebenenfalls abarbeiten statt permanent Brände löschen. Es gibt Auto-Responder, und den Rest dann zwei- bis drei Mal am Tag checken.

Anrufe von unbekannten Nummern beantworten: Im Regelfall resultiert das in ungewollter Unterbrechung und einer schlechten Ausgangsposition für Verhandlungen. Es gibt Anrufbeantworter.

Meetings oder Telefonkonferenzen ohne klare Agenda und Zeit zustimmen: Wenn klar ist, was das Ergebnis des Meetings sein sollte, mit einer Zielsetzung und einer Agenda mit Themen und Fragen, die abgearbeitet werden soll, sollte es nicht länger als 30 Minuten dauern. Im Vorfeld gegebenenfalls danach fragen.

Nicht auf den Punkt kommen: Bei einem freundlichen „Wie geht’s?“ bleiben, und darauf hinweisen, dass du gerade dabei bist, etwas zu erledigen, und fragen, ob es wichtig ist. Ein wesentlicher Bestandteil, Dinge erledigt zu bekommen, ist es auf den Punkt zu kommen.

Mehr arbeiten um mehr zu schaffen / keine Prioritäten setzen: Wenn du keine Prioritäten setzt scheint alles dringend und wichtig (siehe: Brandbekämpfung). Im Vergleich zu einer klaren „wichtigste Aufgabe des Tages“ scheint fast nichts mehr dringend oder wichtig. Gegen Überforderung hilft es dir, die wenigen Dinge zu bestimmen, die das eigene Leben und die Unternehmungen wirklich ändern.

Jeden Tag mit dem Handy verbringen: Für einen Tag in der Woche ausschalten oder besser zuhause lassen sind die einfachsten Möglichkeiten. Handys sind Teil deiner Realität, sie komplett zu verteufeln ist daher eine Kurzschlussreaktion. Ein gelernter und moderator Umgang mit bewusstem gelegentlichen Verzicht beugt schon deutlich Stress vor.

Die einfachen Dinge intensiv überdenken: Im Regelfall sind die einfachen Dinge genau das: einfach. Zu viel Zeit und Energie und Interpretationen in sie zu legen führt selten zu einem guten Ergebnis.

Arbeit als Ersatz für Nicht-Arbeitsbeziehungen und -Aktivitäten: Arbeit ist nicht das ganze Leben, und die Kollegen sollten nicht die einzigen Freunde sein. Das eigene Leben gehört genauso geplant und genauso verteidigt wie ein wirklich wichtiges Meeting. Zu keinen Umständen darf es jemals zu „Ich werde es an diesem Wochenende erledigen“ kommen. Du hast sowieso schon kaum Zeit auf diesem Planeten.

Keine Ausnahmen machen: Ausnahmen sind dann am wirkungsvollsten, wenn du weißt, wann du sie wirklich machen solltest.

Und nicht zu vergessen: Es ist „in“, sich auf Dinge zu konzentrieren, um sie erledigt zu bekommen, aber das kannst du nur, wenn du das Rauschen und die Störungen entfernst. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, was du tun sollst, solltest du dich aufs Nicht-tun fokussieren.