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	<title>Nenn&#039; mich Ben.</title>
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	<description>Ich schreibe über das 21te Jahrhundert: Wie sich unser Leben verändert, wie es vielleicht wird, und wie wir es beeinflussen können.</description>
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		<title>Eine Art Manifest</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 19:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ursprünglich der Text über diese Website, steht er besser für sich selbst: warum ich überhaupt schreibe.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/eine-art-bild.jpg" title="Eine Art Bild"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/eine-art-bild.jpg" alt="Eine Art Bild" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Eine Art Bild</figcaption></figure><p><strong>Ursprünglich der Text über diese Website, steht er besser für sich selbst: warum ich überhaupt schreibe.</strong></p><hr /><p>Wir stehen kurz vor einem Wendepunkt. Technologie hat sich in nur wenigen Jahrzehnten massiv weiter entwickelt, und wird den Menschen in nicht allzu ferner Zukunft überholt haben. Noch geben wir ihr den Sinn, haben uns dabei aber von ihren Versprechen und Verheißungen so blenden lassen, dass wir uns bereits jetzt unbemerkt zu ihren Sklaven haben machen lassen.</p><p>Denn als Menschen haben wir uns nicht verändert. Wir lassen uns permanent durch Tablets und Smartphones ablenken, und sind ständig verfüg– und erreichbar. Wir sind von Natur aus faul und übernehmen ungern Verantwortung, und werden darin in jeder erdenklichen Weise durch Technologie positiv verstärkt. Unser Herdentrieb und unser merkwürdiges Verständnis, Bekanntheit mit Berufung und nötiger harter Arbeit zu verwechseln, lässt uns unreflektiert das und dort konsumieren, wie und wo es auch <em>alle anderen</em> tun. Wir denken nicht mehr nach und zitieren auf Knopfdruck. Schließlich beruhigen wir unser Gewissen, indem wir etwas <em>liken</em>.</p><p>Ich verteufele keine Technologien, im Gegenteil. Auch nicht die Menschen. Technologien sind schließlich nichts ohne, und ausschließlich die Intentionen, die man ihnen gibt. Wir sollten Ihnen nur andere geben.</p><p>Und anstatt mich bloß darüber zu beschweren, möchte ich durch meine Gedanken, Reisen, und Erfahrungen praktische Anleitungen geben und auch durch meine Geschichten den einen oder anderen zündenden Gedanken initiieren, wie wir Technologie mit ihren jetzigen Heilsversprechen und ihren Befürwortern und Antreibern dieser Form entkommen können, und ein Leben erweitert und verbessert durch sie führen können.</p><p>Ich möchte Berichte, Anekdoten und Geschichten über diese technologische Entwicklung und unser Mensch–sein teilen. Mein Weg soll sein, Weisheiten der Vergangenheit mit Erkenntnissen der digitalen Ära zu vereinen.</p><blockquote>  <p>Glaube nicht, dass ich als jemand spreche, der lehrt—Ich spreche als jemand, dessen Worte ihn selbst aburteilen.</p>    <p><cite>Theophanes der Mönch</cite></p></blockquote><h2>Der Stand der Dinge</h2><p>Ich habe den aktuellen Stand von Online–Publikationen satt. Vor gerade mal zwei Jahrzehnten war das Internet noch ein unerkundetes Terrain. Es wurde durch Pioniere erforscht. Sie hatten keine Regeln, keine Vorlagen, keine einfachen und schablonenhaften Geschäftspläne, und erst recht keine Vorstellung davon, ob ihre Unternehmungen jemals zu irgendetwas führen würden. Sie hatten kein bezahlbares <em>hosting</em>, keine <em>drag &amp; drop content management</em> Systeme, und keine trivialen und trivialisierenden Suchmaschinen. Aber was sie hatten, war viel mehr: unglaubliches Talent, und unglaublichen Willen.</p><p>Was das damalige Netzwerk ausmachte war die Größe, die Anonymität, und die Neuheit, wie mit irgendwem irgendwo sofort in Verbindung getreten werden konnte. Wenn man Neuland für sich beanspruchen wollte, musste man es erschaffen, und es deshalb auch wirklich wollen. Das <em>blog</em> gab es nicht einmal (auch wenn schon daran gedacht wurde), und es gab keine “5 Minuten Installation&#8221; von <em>WordPress</em>, mit der man einfach loslegen konnte. Man musste per Hand programmieren, oder sein eigenes CMS erschaffen.</p><p>Und wenn man so weit war, gab es keine Suchmaschinen, die Inhalte automatisch erfassten. Es gab keine Suchmaschinenoptimierungen, die vielleicht einen Vorteil verschafft hätten. Es gab kein Google. Eine Website musste man an durch Menschen verwaltete Verzeichnisse schicken, die die Website sowohl on– als auch offline veröffentlichten (mit einigem Glück). Um gute Websites zu finden, musste man jemanden kennen, der jemanden kannte. Man brauchte menschliche Verbindungen.</p><p>Eine Website war viel persönlicher als jetzt, viel ehrlicher, mit weniger Schnickschnack und Bling Bling.</p><p>Ich sage nicht, dass WordPress oder andere CMS bescheuert sind. Ich sage nicht, dass Google nutzlos ist (auch wenn viele SEO-Idioten sich Mühe geben, dass es das wird). Ich benutze diese Privilegien ständig und täglich. Was ich aber sage ist, dass solche Werkzeuge uns sehr stark darin unterstützt haben, uns nicht mehr Mühe zu geben, bemerkenswert oder großartig zu sein. Sie haben die menschlichen Verbindungen zerstört, die das Beste vom Internet zusammenhielten.</p><p>Mittelmäßigkeit regiert nun, das Geräusch übertrumpft das Signal, die Besten ertrinken im Meer der Lautesten. Es ist so viel leichter geworden, laut als großartig zu sein. Und während Websites von damals sich inzwischen wie Geheimbünde anfühlen, sind heutige Websites meist nur noch massenproduzierter Marketing–Müll, und ihre geheime Verbindung nichts mehr als uninspirierte, unambitionierte Algorithmen und Mutmaßungen auf Googles Servern.</p><p>Soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ verstärken das weiter, und unsere Faulheit trägt dazu bei: Hier ein Link, da ein Bildchen und ein Video. Wir haben verlernt, uns konstruktiv mit einem Thema auseinanderzusetzen oder es gar zu durchdenken, und verbreiten überwiegend nur noch das, was uns Toplisten vorsetzen. <em>Weil es alle anderen tun</em> ist gleichermaßen Grund und Rechtfertigung.</p><p>Das kann es nicht sein.</p><h2>Was ich tun will und wie ich es tun werde</h2><p>Ich behaupte nicht, dass früher alles besser war, und das Rad der Zeit zurück gedreht werden sollte. Menschen sind wie sie sind, und das hat Technologie, wie das Internet, nur unterstrichen und hervorgehoben. In den Anfangszeiten des Internets waren die Massen nur einfach nicht da, die das gezeigt haben, sondern eben die Pioniere. Ich habe außerdem auch vor, den Komfort des modernen Internets beizubehalten.</p><p>Mir ist auch klar, dass ich nicht alle Menschen ändern kann (und wenn ich es könnte, sollte ich es nicht), und wahrscheinlich nicht mal viele. Aber ich glaube daran, dass jeder Mensch, der sich seinem Handeln und seinen Konsequenzen daraus bewusst ist, ein Gewinn für alle darstellt.</p><p>Für Menschen, die auf diesem Weg sind, möchte ich Inhalte schaffen. Ich werde dafür keinen <em>long tail</em> fokussieren, und ich werde sie nicht für Suchanfragen aufbereiten. Was ich erschaffen will, soll entweder besonders sein, oder bisher ungelesen. Das hat das Ziel, dass ich:</p><ul><li>nur die Menschen anziehen möchte, die sich wirklich für das interessieren, was ich schreibe, erschaffe, und anbiete.</li><li>nur die Menschen anspreche, mit denen ich gute, tiefe, und lange Gespräche führen kann.</li><li>nur die Menschen auf mich aufmerksam mache, die durch meine Inhalte und Ideen auf mich aufmerksam wurden, und nicht durch Werbung, durch Suchmaschinenoptimierung, oder sonst wie.</li></ul><h2>Wie ich das erreichen will</h2><ul><li><em>Nicht für Suchmaschinen schreiben</em>: Ich schreibe für Menschen. Suchmaschinen sind mir egal. Zwar lasse ich sie diese Website indizieren, aber nur und ausschließlich deshalb, weil ich es als wichtig erachte, auch praktisch für meine Worte einzustehen und so eine Art digitale Verantwortung zu übernehmen, und mich eben nicht zu verstecken.</li><li><em>Keine “teilen bei” Funktionalität</em>: Ich möchte gar nicht, dass es einfach ist, meine Inhalte zu teilen. Wenn es wirklich so besonders ist, wie ich denke, wird es geteilt. Wenn nicht, dann eben nicht, und es wird keine trivialen Tweets oder Likes geben. Außerdem lenken die ganzen Buttons ohnehin von einer guten Leseerfahrung ab.</li><li><em>Keine Kommentar–Funktionalität</em>: Ich suche Menschen, die daran Interesse haben, langfristige Gespräche zu führen. Ich möchte, dass ich E–Mails bekomme, die explizit auf Artikel von mir eingehen. Kommentare zu dieser Website sollen nicht durch “Vorbeigehende” kommen, die nichts anzubieten haben, außer nach dem Kundtun ihrer Meinung einfach wieder abzuziehen.</li><li><em>Erst lesen, dann kontaktieren</em>: Ich gehe davon aus, dass wenn mich jemand kontaktiert, das bereits die zweite Handlung ist. Ich möchte zu Gesprächen einladen.</li><li><em>Nur auf Inhalte konzentrieren</em>: Ich weiß gar nicht, wie oft ich bereits das Design meiner Blogs geändert habe, oder ganze Blogs gelöscht und neu erschaffen habe, nur, um meinen ästhetischen Idealen gerecht zu werden. Das damalige Internet war potthässlich, und selbst die besten Websites waren eine Beleidigung für jeden (wenn schon nur durch die Technologien, die zur Verfügung standen). Die Pioniere der Online–Publikationen haben sich einfach nicht auf bunte Bilder verlassen, um ihre Qualität zu beweisen. Natürlich will ich durch das Design hier meinen Qualitätsanspruch unterstreichen, aber ich habe mir Mühe gegeben, ein so einfaches Design zu erstellen, dass ich wenigstens ein paar Jahre Ruhe vor mir selbst habe, und mich darauf konzertiere, was wichtig ist: Inhalte.</li><li><em>Wenig Eigenwerbung</em>: Wenn ich etwas veröffentliche, werde ich es nur auf minimalstem Wege publik machen: Mündlich, oder bei meinem ADN–Account. Sollte ich etwas für wirklich großartig halten, dann vielleicht auch bei anderen Websites, von denen ich weiß, dass Inhalte durch Menschen gefördert werden, und nicht durch Algorithmen.</li></ul><p>Ich hoffe, dass es mir durch diesen Leitfaden möglich ist, deutlich bessere Inhalte zu erschaffen, und eine wirklich grandiose Leserschaft aufzubauen.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Eine+Art+Manifest+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Stadien anderer</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 13:52:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[essay-839]]></category>
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		<description><![CDATA[Werkzeuge vs. Plattformen, und warum ich Plattformen wie die Pest zu meiden versuche.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/stadion.jpg" title="Ein Stadion (nicht meines)"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/stadion.jpg" alt="Ein Stadion (nicht meines)" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Ein Stadion (nicht meines)</figcaption></figure><p><strong>Werkzeuge vs. Plattformen, und warum ich Plattformen wie die Pest zu meiden versuche.</strong></p><p><i>Eine Anmerkung zu <a href="http://nennmichben.de/essays/hallo-welt/"><q>Hallo Welt!</q></a>.</i></p><hr /><p><a href="http://googleblog.blogspot.de/2013/03/a-second-spring-of-cleaning.html" title="Google Blog: A Second Spring Cleaning">Google hat sich endgültig dazu entschieden</a>, dass <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Don't_be_evil" title="Wikipedia: Don't be evil"><q>nicht böse sein</q></a> wohl nicht zwangsläufig bedeuten muss, Gutes zu tun oder gar gut zu sein<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup>. Auch <a href="https://dev.twitter.com/blog/changes-coming-to-twitter-api" title="Twitter.com: Changes Coming to Twitter API">bei Twitter werden gerade Änderungen vollzogen</a>, die den meisten Menschen wahrscheinlich egal sind, bei <em>power usern</em> (und deren App–Anbietern) allerdings auf viel, nur <a href="http://www.nbcnews.com/technology/technolog/whys-everybody-so-angry-about-twitter-should-you-care-965306" title="NBC: Why's everbody so angry about Twitter and should you care">nicht auf Gegenliebe</a> stoßen.</p><p>Die beiden Firmen stellen sich in die Reihe der Firmen, die nicht länger Werkzeuge anbieten, sondern ausschließlich eine Plattform sein wollen. Nur: Plattformen sind problematisch, und aus gutem Grund etwas, das ich wie die Pest zu meiden versuche<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">2</a></sup>.</p><p>Werkzeuge sind schließlich in der Regel einfache Dinge, die mir helfen, eine bestimmte Aufgabe zu bewältigen, und sich sonst aus meinem Leben heraushalten. Sie befähigen mich bei der richtigen Anwendung zu mehr als ich ohne sie zu tun vermag.</p><p>Plattformen hingegen können mir zwar auch helfen Probleme zu lösen. Allerdings geschieht das nur zu den Bedingungen der Plattform, innerhalb der Plattform, und nur für die Plattform—und bestimmt nicht in meinem Interesse (im Regelfall schlagen schließlich die Betreiber der Plattform aus meiner dort verbrachten Arbeit und Zeit Kapital.)</p><p>Das lässt sich so vereinfachen: Ein Werkzeug ist transparent. Eine Plattform ist es nicht. Ich benutze ein Werkzeug. Eine Plattform benutzt mich.</p><p>Unschwer zu erkennen, dass Werkzeuge eine Bedrohung für Plattformen darstellen: Mit dem richtigen Werkzeugkasten lässt sich jede Plattform umgehen. Nachvollziehbar da, dass sich Plattformen, sobald sie eine kritische Masse erreicht haben, immer stärker gegen jede Art von Werkzeug wehren, das nicht vollständig ihrem Interesse dient.<sup id="fnref:3"><a href="#fn:3" rel="footnote">3</a></sup></p><p>Im meinem konkreten Fall bezüglich Google bedeutet das, dass ich echt sehr zufrieden mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/RSS" title="Wikipedia: RSS"><abbr title="Really Simple Syndication">RSS</abbr></a> bin, und überhaupt keinen Sinn darin sehe, Google+ beizutreten. Für mich ist “da” kein Mehrwert, für Google durch meine eventuelle Präsenz und Aktivität schon. Google hat den Google Reader abgeschossen um mich auf Google+ zu drängen, und mir damit ein Werkzeug genommen. Meine Reaktion ist allerdings: Ich verzichte auf Google, weil es mir keines mehr gibt. (Auch einer der Gründe, warum ich nicht mehr bei Facebook oder Twitter persönlich zu finden bin.)</p><p>Ich behaupte: Mit Werkzeugen habe ich eine Wahl und ich kann mich selbst bestimmen. Ich baue mein Stadion. Betreibe mein Spiel.</p><p>Plattformen sind die Stadien anderer; es wird nicht mal mein Spiel gespielt. Dazu sind auch noch <a href="http://www.zeit.de/2012/32/Zensur-Apple-Facebook-Amazon-Google/komplettansicht" title="Zeit Online: Vier Sheriffs zensieren die Welt">die Spielregeln meist nur teilweise einsehbar</a> und können sich jederzeit und ohne vorherige Ankündigung ändern.</p><p>Nun mag mein Problem mit Plattformen wie naiver Idealismus wirken—<em>Werkzeuge vs. Plattformen</em> hat allerdings unmittelbare Auswirkungen auf etwas wirkliches: Geld.</p><p>Als ich mich selbstständig machte, herrschte eine Werkzeug–Umgebung im Internet vor, und große Plattformen taten sich gerade erst am Horizont auf. Meinen Kunden versuchte ich (leider erfolglos) mein Konzept von <em>Ego–zentrisch vs. Netzwerk–zentrisch</em> nahezubringen: Dass die Hoheit der Außendarstellung und generellen Kommunikation in der Ego–zentrischen Herangehensweise (das eigene Stadion) bei einem selbst liegt; wer sich allerdings einer Plattform bedient, dort die Spielregeln der Plattform gelten, und das spätestens mittelfristig nur der Plattform hilft, und langfristig sein Schicksal dem der Plattform unterordnet.</p><p>Vor ein paar Tagen hatte ein geschätzter Kunde, für den Twitter inzwischen ein Eckpfeiler seiner Kommunikations– und Werbestrategie ist, massive Probleme: Während der für ihn wichtigsten Messe des Jahres tauchten von seinen wichtigsten Twitter Accounts keine Tweets mit dem Hashtag zur Messe in der Suche auf. Dass ich keinen Einfluss darauf nehmen konnte, akzeptierte er letztlich zwar, dass seine Firma allerdings völlig einseitig und ohne Möglichkeiten einer Einflussnahme von einer Plattform abhängig ist, nicht, rief ihm mein Konzept in Erinnerung, und lässt uns seine Netzstrategie gerade überdenken.<sup id="fnref:4"><a href="#fn:4" rel="footnote">4</a></sup></p><p>Nun glaube ich zwar nicht, dass wenn ich ein Stadion baue, <a href="http://www.imdb.com/title/tt0097351/" title="IMDb: Field of Dreams">zwangsläufig auch die Leute kommen</a>, aber wenn sie es tun, oder eben nicht, dann meinetwegen, in meiner Verantwortung, und zu meinen Bedingungen, und nicht in der anderer.</p><p>Vor nur einem halben Jahr noch wäre meine finanzielle Existenz übrigens von Googles Entscheidung wesentlich beeinträchtigt worden. Seit dem hat sich viel getan, und so kann ich Google sogar irgendwie dafür dankbar sein, mir nun endlich den letzten Grund genommen zu haben, seine Produkte zu nutzen und mich so <a href="http://nennmichben.de/essays/hallo-welt/" title="Hallo Welt!">in meiner Konsequenz</a> weiter zu unterstützen.</p><p>In weiterer Konsequenz bedeutet das übrigens für dich, dass in Zukunft nicht nur <a href="http://nennmichben.de/feed/" title="Der Feed zur Seite">der <abbr title="Really Simple Syndication">RSS</abbr>–Feed</a> von <em>Nenn&#8217; mich Ben</em> abonniert werden kann, sondern du nun auch direkt von mir <a href="http://nennmichben.de/e-mail-freunde/" title="Die neuesten Einträge via E–Mail erhalten">Einträge via E–Mail erhalten</a> kannst.</p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span>Google schaltet nicht nur den <em>Google Reader</em> ab und hört auf, die offene Kalender–Schnittstelle <em>CalDAV</em> weiter allgemein zu unterstützen, sondern <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/google-wirft-alle-ad-blocker-aus-dem-play-store-a-888790.html" title="Spiegel Online: Google wirft alle Ad–Blocker aus dem Play Store">entfernt auch Werbeblocker aus dem eigenen Store</a>.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li><li id="fn:2"><span>Ja, jetzt auch dich, Twitter. (Hallo, <a href="https://alpha.app.net/nennmichben" title="Ben bei app.net">App.net</a>.)&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></span></li><li id="fn:3"><span>Sinnvoll hingegen erscheint es mir nicht: Die <em>power user</em> und andere, die die Plattform groß gemacht haben, wandern ab, und schon steht <em>das nächste große Ding</em> vor der Tür.&#160;<a href="#fnref:3" rev="footnote">&#8617;</a></span></li><li id="fn:4"><span>“Weil da alle sind” ist übrigens (nicht nur) im geschäftlichen Sinne nicht im Ansatz hilfreich. <em>follow the money</em>, und eben nicht <em>follow the people</em>.&#160;<a href="#fnref:4" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Die+Stadien+anderer+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum veröffentlichen?</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 16:53:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum können wir das Gedicht, das Bild, die Melodie nicht einfach nur für uns behalten, und sollten es stattdessen veröffentlichen?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/kunst-oder-so.jpg" title="Kunst (oder so)"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/kunst-oder-so.jpg" alt="Kunst (oder so)" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Kunst (oder so)</figcaption></figure><p><strong>Warum können wir das Gedicht, das Bild, die Melodie nicht einfach nur für uns behalten, und sollten es stattdessen veröffentlichen?</strong></p><p><i>Eine Anmerkung zu <a href="http://nennmichben.de/essays/hallo-welt/"><q>Hallo Welt!</q></a>.</i></p><hr /><p><a href="http://ninaschild.de">Eine Freundin</a> fragte mich neulich:</p><blockquote>  <p>Wieso ist es so unglaublich wichtig, dass man seine Sachen [die man geschrieben/gemalt/komponiert hat] veröffentlicht? Wieso kann man nicht für sich malen etc.?</p></blockquote><p>Das habe ich mich vor kurzem selbst erst kritisch gefragt. Ein kleiner Teil von mir fragt sich das zwar auch noch immer, denn es ist irre schwer, von dieser Einstellung loszukommen, aber ich habe vor, das vollständig hinter mir zu lassen, und alles zu veröffentlichen.</p><p>Aber warum? Warum können wir das Gedicht, das Bild, die Melodie nicht einfach nur für uns behalten, und sollten es stattdessen veröffentlichen?</p><p>Weil es um uns selbst geht: Wenn wir unser Werk niemandem zeigen, dann ist es nicht passiert. Es wird sonst nicht zur <a href="http://andreaskemper2.wordpress.com/article/soziale-wirklichkeit-8bgikaqot3ts-189/" title="Andreas Kemper: Soziale Wirklichekit">sozialen Wirklichkeit</a>, selbst wenn wir vielleicht glauben, dass es uns egal ist, was andere darüber denken.</p><p>Wir haben endlich <em>geliefert</em>: Es gibt keine Ausreden mehr, vor allem uns selbst gegenüber, wie <q>nee, ist noch nicht fertig</q>, oder <q>ist doof</q>, oder <q>ist hässlich</q> (dass sich alles fast immer mit <q>ist mir peinlich</q> zusammen fassen lässt).</p><p>Wir können unser Werk nicht mehr ändern, und es bekommt eine Bedeutung, die sich der eigenen nach und nach entzieht. Es ist uns nicht mehr möglich, dass wir uns länger hinter einem Ausdruck unseres Wesens, unseres Ichs verstecken, indem wir es, und damit uns, vor der Welt verstecken. Mehr noch, wir können uns nicht mehr <em>vor uns selbst</em> verstecken. So können wir darauf aufbauen, und das nächste Werk erschaffen.</p><p>Zwangsläufig trifft man durch die Veröffentlichung natürlich auf Menschen, die einem das eigene Werk vor Augen halten. Sie können es scheiße finden (dann hat man einen Orientierungspunkt, was auch immer man daraus macht), oder sie können es vielleicht auch toll finden (was genauso ein Orientierungspunkt sein kann). Das wird uns häufig genug nicht leicht fallen und uns unangenehm sein, und wir haben vielleicht sogar Angst davor verletzt zu werden.<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup> Aber wie sonst wollen wir erkannt werden für das, was wir sind? Wir sind schließlich das, was wir tun, aber die Bedeutung davon können wir uns nicht selbst beimessen.</p><p>Denn einher damit geht der innere Monolog, den wir uns häufig genug selbst halten, wenn wir durch die Welt gehen: <q>klar kann ich das auch</q>. Wenn wir etwas sehen, hören, oder lesen, und wir uns denken, <q>das könnte ich auch</q>, oder <q>zuhause habe ich das doch auch</q>. Oft genug haben wir ein Gefühl von Eifersucht, dass einen dabei überkommt. Ja, wir <em>könnten</em>, oder wir <em>hätten</em>. Haben wir dann aber am Ende des Tages nicht. Es ist ja nicht <em>wahr</em> geworden.</p><p>Ich hatte vor einiger Zeit <a href="http://www.codinghorror.com/blog/2012/05/how-to-stop-sucking-and-be-awesome-instead.html" title="Coding Horror: How to stop sucking and be awesome instead"><q>How to stop sucking and be awesome instead</q></a> von <cite>Jeff Atwood</cite> gelesen, das er in den folgenden drei Punkten zusammen fasst, und gut zu dem Thema passt:</p><blockquote>  <p>1.) Embrace the Suck<br />  2.) Do It in Public<br />  3.) Pick Stuff That Matters</p></blockquote><p>Mir sind meine <a href="http://nennmichben.de/andere-texte/" title="Andere Texte">alten Texte</a> noch immer irgendwie unbequem. Und trotzdem ärgere ich mich, dass ich nicht früher zu ihnen gestanden und sie veröffentlicht habe. Das hätte mir einen professionelleren Umgang mit meinen eigenen Texten schon viel früher erlaubt: In der vertanen Zeit habe ich ein wenig verlernt zu schreiben.<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">2</a></sup></p><p>Auch deshalb mache ich das in aller Öffentlichkeit. Und nebenbei ist einer der schönsten Effekte, dass man ein wenig Verantwortung für die eigenen Handlungen übernimmt.</p><p>Lesetipp: <a href="http://www.stevenpressfield.com/do-the-work/" title="Steven Pressfield Online: Do the Work"><q>Do the Work</q> von <cite>Steven Pressfield</cite></a>.</p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span>Es zu veröffentlichen bedeutet ja nicht, dass man es jedem unter die Nase reiben muss. Oder überhaupt sollte.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li><li id="fn:2"><span>Wie praktisch, <a href="http://bohlen.me" title="Tim A. Bohlen: Marketing Hardwired">dass Tim aus passender Motivation da gute Hilfe gibt</a>.&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Warum+ver%C3%B6ffentlichen%3F+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hallo Welt!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jan 2013 13:46:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schön, dass du hier bist!]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/nenn-mich-ben.jpg" title="Nenn' mich Ben"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/nenn-mich-ben.jpg" alt="Nenn' mich Ben" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Nenn' mich Ben</figcaption></figure><p><strong>Schön, dass du hier bist!</strong></p><hr /><p>Lass mich kurz mit ein paar Erinnerungen anfangen.</p><p>Es ist schon ein paar Jahre her, da schrieb mich jemand mir unbekanntes via <em>ICQ</em> an. Er fragte, ob ich denn nicht bei <em>StudiVZ</em> sei—schließlich seien alle aus unserer alten Stufe da.</p><p>Ich verneinte.</p><p>Das sei dumm, denn <q>da ist doch absolut jeder</q>, und man müsse doch dort sein, um Spaß zu haben.</p><p>Was für ein Grund. Ich lachte, und bedankte mich für das Gespräch.</p><p>Ein wenig weiter in der Zukunft, aber immer noch vor ein paar Jahren, trafen ein paar Freunde und ich auf ein paar Spanierinnen in Amman. Wir hatten eine gute Zeit zusammen, und tauschten Kontaktdaten aus. Es wurden <em>Facebook</em>–IDs genannt—aber als ich sagte, dass ich keinen Facebook–Account hätte, und fragte, ob sie denn keine E–Mail–Adresse hätten, hörte ich nur ein verwundertes <q>nah, we don&#8217;t do email anymore</q>.</p><p>Wieder weiter in der Zukunft, ein–, zwei mehr Vorfälle dieser Art, und es dauerte nicht mehr lange: Ich gab dem ganzen nach, und rationalisierte ein paar Gründe für mich, mir einen Account anzulegen. Trotz aller Bedenken, die nicht nur mit Datenschutz zu tun hatten.</p><p>Dann hatte ich in der Tat einige wirklich interessante Bekanntschaften gemacht und interessante Gespräche geführt. Mein technisches Wissen über die Plattform vertieft und Geld mit Kundenprojekten verdient.</p><p>Nur: Je mehr ich mit Facebook zu tun hatte, desto weniger wollte ich mit Facebook zu tun haben. Der Geräuschpegel wurde immer lauter, die originären Inhalte leiser und deutlich seltener. Wer sich für intelligent (und überlegen) hielt, fing an, irgendwelche “inspirierenden” Zitate zu <em>posten</em>. Die anderen Inhalte, die geteilt wurden, konnten nahezu immer getrost unter <em>fishing for compliments</em> abgelegt werden. Und von einem immer merkwürdigeren ”Datenschutz” ganz zu schweigen.</p><p>Vor kurzem las ich an dann an mehreren Stellen, dass man doch nun (auch) bei <em>Google+</em> zu sein hätte (wenigstens der Vermarktung wegen). Dass <em>Klout</em> unumgänglich sei (wenigstens der Vermarktung bei Bewerbungsgesprächen wegen). Eben: dass <em>wir</em> ja müssten. Es gäbe ja keine Alternative, weil es <em>alle</em> täten.</p><p>Allerdings: es gibt eine (es gibt immer eine).</p><p>Den Scheiß einfach nicht mitmachen. Verantwortung übernehmen. Und etwas eigenes <em>machen</em>—und nicht bloß stumpf konsumieren und <em>reposten</em>, hin und wieder jammern, und schlimmer, sich in einer Welt bewegen, die sich darum dreht, was andere von einem denken <em>könnten</em>.</p><p>Dazu habe ich mich entschlossen.</p><p>Ich will eben nicht mehr nur faul sein, und <em>liken</em>, ein witziges oder kluges Bildchen posten, und mich auf bescheuerte digitale Ego–Spielereien einlassen. Ich will mich nicht länger selbst zensieren, weil ja irgendwer bestimmte Dinge lesen könnte. Und <em>alle tun es</em> ist sowieso einer der bescheuertsten Gründe für irgendetwas überhaupt.</p><p>Ich verteufele keine Technologien, im Gegenteil. Auch nicht die Menschen. Technologien sind schließlich nichts ohne, und ausschließlich die Intentionen, die man ihnen gibt. Nur eben: Die Art der meisten sozialen Netze und ihre jetzigen Intentionen sind einfach nicht meins. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass es nicht gerade die besten für überhaupt irgendwen sind.</p><p>Und wie wir Technologien in einem guten, schönen, kreativen Sinne nutzen können, gesund mit ihr umgehen, und nicht von ihr versklavt werden, darüber schreibe ich in Zukunft hier (<a href="http://nennmichben.de/ueber/">mehr zu dieser Idee</a>) und zeige Beispiele.<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup></p><p>Bist du dabei? <a href="http://nennmichben.de/ueber/#kontakt">Lass von dir hören</a>! Und bitte, nenn&#8217; mich Ben.</p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span>Die Artikel und Geschichten, die vor diesem Eintrag hier entstanden und veröffentlicht worden sind, sollen ein wenig dokumentieren, wie ich zu diesem Punkt gekommen bin.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Hallo+Welt%21+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von der totalisierten Kompromissbereitschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2012 00:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn jeder immer den Kompromiss sucht, ist das ein für alle kontraproduktive Symptom eines Problems, das uns in der Konsequenz alle betrifft.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/gamescom-2010-obey.jpg" title="Gamescom 2010: “Obey”"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/gamescom-2010-obey.jpg" alt="Gamescom 2010: “Obey”" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Gamescom 2010: “Obey”</figcaption></figure><p><strong>Wenn jeder immer den Kompromiss sucht, ist das ein für alle kontraproduktive Symptom eines Problems, das uns in der Konsequenz alle betrifft.</strong></p><hr /><p>Ein alter Freund über die gesellschaftlich totalisierte Bereitschaft zum ständigen Kompromiss:</p><blockquote>  <p>Wir leben in einer Gesellschaft, in der keine Position bezogen, Konflikte gemieden, und immer der Kompromiss gesucht wird. Symptomatisch stets <em>jein</em> und <em>es kommt darauf an</em> gesagt wird. Nicht Bier, nicht Saft, sondern Weizen–Mix. Nicht die Lässigkeit eines locker umschwungenen Schals oder der Ernst einer Krawatte, sondern die Schawatte. […] Ehrlichkeit ist selten geworden, und Meinung haben inzwischen fast schon mutig.</p></blockquote><p>Aus derselben Ecke, mein Grund für meine ganz persönliche, wenngleich einseitige “Fede” mit den meisten Juristen: <q>Es kommt darauf an.</q> Dazu greift oben genanntes Zitat soviel auf, dass ich in Zustimmung und vor fast schon wütender Ohnmacht keinen guten Ansatz finde, ihn ergänzend zu kommentieren.</p><p>Es ist halt einfach und bequem, keine <em>eigene</em> (differenzierte, kritische) Meinung zu haben oder sie zu äußern, weil es nicht nur keine Konsequenzen hat, sondern auch gesellschaftlich favorisiert und unterstützt wird nicht abzuweichen.<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup> Nur wenn jeder immer zum Kompromiss bereit ist, passiert leider <em>nicht</em> gar nichts und alle sind glücklich—es gibt nicht nur keine Grenzen, diese nicht–Meinung wird spätestens in mittelbarer Auswirkung davon zum <a href="http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2013/01/the-cost-of-neutral.html" title="Seth Godin: The cost of neutral">Problem aller</a>.<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">2</a></sup></p><p>Greife ich wenigstens den Punkt mit der Ehrlichkeit genauer auf als Idee zu einer Handlungsanleitung, um zu zeigen, wie das anders gestaltet werden könnte, fällt mir dazu ein Artikel von <cite>Jeff Atwood</cite> ein, <a href="http://www.codinghorror.com/blog/2012/05/trust-me-im-lying.html" title="Coding Horror: Trust Me, I'm Lying"><q>Trust me, I&#8217;m lying</q></a>, aus dem dieses Zitat stammt:</p><blockquote>  <p>We reflexively instruct our children to always tell the truth. It&#8217;s even encoded into Boy Scout Law. It&#8217;s what adults do, isn&#8217;t it? But do we? Isn&#8217;t telling the truth too much and too often a bad life strategy – perhaps even dangerous? Is telling children to always tell the truth even itself the whole truth?</p></blockquote><p>Ein überaus spannender Artikel (von dem ich ursprünglich dachte, er sei über <a href="http://trustmeimlying.com" title="Trust Me, I'm Lying">das Buch mit demselben Namen</a>).</p><p>Auch wenn ich nicht mit Atwoods Fazit, <q>advocating telling the truth 100% of the time, no matter what, is harmful extremism</q> und <q>truth, real truth, is honesty with a <em>purpose</em></q> übereinstimme:</p><p>Die Wahrheit zu erzählten bedeutet nicht, dass man unhöflich oder gar extremistisch daherkommen muss. Eine Möglichkeit wäre, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Autobiography_of_Benjamin_Franklin" title="Wikipedia: The Autobiography of Benjamin Franklin">die Wahrheit nicht unaufgefordert mitzuteilen</a>. Außerdem scheint Atwood das Geben einer wahrheitsgemäßen Antwort mit dem Verraten einer privaten Agenda zu verwechseln (was verwirrenderweise das ist, was die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Radical_Honesty" title="Wikipedia: Radical Honesty">Radical Honesty movement</a> möchte).</p><p>Natürlich gelten Ausnahme für <em>große Lügen</em> (<q>Da sind keine Juden im Keller</q>). Aber sie sollten das sein, eine Ausnahme.</p><p>Und so arbeite ich lieber an meinem diplomatischen Geschick statt zu lügen oder mich um eine Antwort zu drücken.</p><p>Lesetipp: <a href="http://www.samharris.org/lying" title="Sam Harris: Lying"><q>Lying</q> von <cite>Sam Harris</cite></a>.</p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span>Das mag durchaus meine subjektive Wahrnehmung sein, verstärkt durch Lektüre wie <q>The War of Art</q> von <cite>Steven Pressfield</cite>—aber ich würde schon gerne wissen, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Post-materialism#Sociological_postmaterialism" title="Wikipedia: Post–Materialism">warum ich das so sehe</a>.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li><li id="fn:2"><span>Dass ich das mal schreibe. Grenzen sind allerdings für mich, so paradox das klingen mag, ein Freiheitsbegriff: <em>Tu, was immer du willst, aber lass die Konsequenzen deiner Handlungen nicht zum Problem anderer werden.</em>&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Von+der+totalisierten+Kompromissbereitschaft+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wähle das Beste</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Nov 2012 18:44:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[konsum]]></category>
		<category><![CDATA[preis]]></category>
		<category><![CDATA[produkte]]></category>
		<category><![CDATA[qualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man etwas jeden Tag benutzt, für mehrere Stunden, dann sollte man sich mit nichts weniger als dem Besten zufrieden geben.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/die-freundliche-muelltuer.jpg" title="Die freundliche Mülltür"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/die-freundliche-muelltuer.jpg" alt="Die freundliche Mülltür" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Die freundliche Mülltür</figcaption></figure><p><strong>Wenn man etwas jeden Tag benutzt, für mehrere Stunden, dann sollte man sich mit nichts weniger als dem Besten zufrieden geben.</strong></p><hr /><p>Aus <a href="http://dcurt.is/the-best" title="Dan Curtis: The Best"><cite>Dustin Curtis</cite>&#8216; Essay <q>The Best</q></a> :</p><blockquote>  <p>Better to have a few fantastic Things designed for you than many untrustworthy things poorly designed for everyone.</p></blockquote><p>Oder wie ein Freund von mir passend sagt, <q>wenn du etwas jeden Tag benutzt, für mehrere Stunden, dann solltest du dich mit nichts weniger als dem Besten zufrieden geben</q>. (Das bezieht sich insbesondere auf Stühle, Matratzen, und Schuhe; ich ergänze die Aufzählung gerne um neumodischen Kram wie Bildschirme und Kopfhörer.) Sein Tipp für den Anfang: Qualität hat seinen Preis, aber die <em>beste Marke</em> bedeutet selten das <em>beste Produkt</em>.</p><p>In den letzten Monaten habe ich langsam damit angefangen das zu verinnerlichen. Es ist schon erstaunlich, was für positive Konsequenzen das mit sich trägt, und wie man sich der Dunstwolke von <em>erdachten Notwendigkeiten</em> (wie Statussymbolen) entzieht—wie sehr das hilft, das wertzuschätzen, was man hat, und eben nicht mehr “sonst kommt&#8217;s in den Müll, ich kauf&#8217;s neu” im Hinterkopf hat.</p><p>Außerdem habe ich festgestellt, dass es sich bei wirklich <em>allen</em> Käufen und Einkäufen lohnt, über die <em>tatsächliche Notwendigkeit</em> und ein wenig in die Zukunft über deren persönliche Bedeutung nachzudenken, um dann gegebenenfalls schließlich sinnvoll zu investieren und langfristig etwas von dem Gekauften zu haben. Da pflege und repariere ich gerne. Denn jedesmal wieder Geld auszugeben und bereits vorhandenes weg zu schmeißen, weil es in dem Augenblick günstiger erscheint (und sich deshalb häufig genug unnötige Dinge kauft) kommt einem in Summe immer teurer zu stehen (und Reparaturen “lohnen” dann ja nicht).<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup></p><p>Und nebenbei: Wie passend das doch auch auf menschliche Beziehungen anwendbar ist. <a href="https://encrypted.google.com/search?hl=en&amp;q=we%20learned%20to%20fix%20our%20problems%20instead%20of%20throwing%20away" title="Google: we learned to fix our problems instead of throwing away">Das hätte ich meinem früheren Ich gerne mit auf den Weg gegeben.</a></p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span>Ein berechtiger Kritikpunkt an der Stelle ist, dass sich viele Menschen beim Augenblick des Erwerbs schlichtweg nichts teureres leisten können, auch wenn es ihnen am Ende Geld spart. (In <a href="http://www.freakonomics.com" title="Freakonomics"><q>Freakonomics</q></a> wird das am Beispiel Einkaufen von Lebensmitteln aufgegriffen.) Der naive Ansatz wäre zu sagen, “dann kauf&#8217;s jetzt nicht, und spare auf&#8217;s richtige”—irgendwo und irgendwann muss man ja anfangen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Die Realität lässt das leider nur häufig genug nicht zu. Der kulturpessimischtische Ansatz da wäre wohl, dass die allermeisten Menschen allerdings häufig dazu neigen, sich Dinge zu kaufen, die sie nun wirklich nicht benötigen, und da Geld sparen könnten, um es an anderen Stelle zu investieren. Das ist aber nicht meine Kritik, und hier dann der Vorschlag: Prioritäten setzen, und kurz– mit langfristiger Befriedigung vergleichen.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=W%C3%A4hle+das+Beste+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der letzte Eindruck ist so wichtig wie der erste</title>
		<link>http://nennmichben.de/anmerkungen/der-letzte-eindruck-ist-so-wichtig-wie-der-erste/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Sep 2012 15:40:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur für den ersten Eindruck gibt es nur eine Chance—auch für den letzten hat man nur eine. Warum das wichtig sein kann.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/fruehstuecksraum-hotel-vom-hoereth.jpg" title="Frühstücksraum Hotel Alte Mühle Höreth"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/fruehstuecksraum-hotel-vom-hoereth.jpg" alt="Frühstücksraum Hotel Alte Mühle Höreth" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Frühstücksraum Hotel Alte Mühle Höreth</figcaption></figure><p><strong>Nicht nur für den ersten Eindruck gibt es nur eine Chance—auch für den letzten hat man nur eine. Warum das wichtig sein kann.</strong></p><hr /><p>Vor kurzem unterhielt ich mich <a href="http://bohlen.me" title="Tim A. Bohlen">mit Tim</a> darüber, wie Erwartungen geweckt werden wenn Versprechen vermittelt und gehalten werden wollen.</p><p>Dabei fiel dieser Satz:</p><blockquote>  <p>Nicht nur für den ersten Eindruck gibt es nur eine Chance—auch für den letzten hat man nur eine.</p></blockquote><p>Was bedeutet das?</p><p>Der erste Eindruck bestimmt grundlegend das Gefühl <em>während</em> der Zeit mit dieser Person (oder auch mit einer Sache), die den Eindruck vermittelt hat.</p><p>Der letzte Eindruck ist aber der, der dieses Gefühl <em>danach</em>, also in unseren Erinnerungen, festigt—oder es relativiert, und so für einen gemischten Eindruck sorgen kann.</p><p>Wer höflich und interessiert auftritt, aber bei der Verabschiedung unhöflich oder unaufmerksam handelt, wird den guten Eindruck bis dahin spätestens nach dem Auseinandergehen wahrscheinlich in Frage stellen.</p><p>Wenn der Hotelgast in der sauberen Lobby freundlich und aufmerksam empfangen wird, und ihm beim Auschecken neben einer freundlichen Verabschiedung noch alles Gute für die Geburtstagsfeier am Wochenende gewünscht wird, dann hat das Hotel seinen familiären und gastfreundschaftlichen Anspruch nicht nur für den Aufenthalt bewiesen, sondern mit Sicherheit auch genau diesen Gesamteindruck hinterlassen.</p><p>Unter Menschen: Woran denkt man bei jemanden, den man auf einer Party getroffen hat—nach der Party?</p><p>Manchmal findet sich das Versprechen auch in den Details. Der letzte Eindruck bei einem Bewerbungsgespräch können die sauberen oder schmutzigen Hacken an den Schuhen sein.</p><p>Im Idealfall sind der erste und der letzte Eindruck also gleich—und ein Versprechen wird gehalten.</p><h2>Randnotizen</h2><ul><li><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/How_to_Win_Friends_and_Influence_People" title="Wikipedia: How to Win Friends and Influence People"><q>Begin in a friendly way</q></a> (<cite>Dale Carnegie</cite>)</li><li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=FFo6oVNlBHo" title="YouTube: Der Tawaraya-Ryokan in Kyoto - Herberge der Harmonie"><q>Der Tawaraya–Ryokan in Kyoto—Herberge der Harmonie</q></a></li><li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz" title="Wikipedia: Kognitive Dissonanz"><q>Kognitive Dissonanz</q></a>, eine Übersicht</li></ul><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Der+letzte+Eindruck+ist+so+wichtig+wie+der+erste+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vom Schreiben eines persönlichen Tagebuches (endlich wieder)</title>
		<link>http://nennmichben.de/essays/vom-schreiben-eines-persoenlichen-tagebuches-endlich-wieder/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Aug 2012 16:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe endlich wieder damit angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Und hätte damit niemals aufhören sollen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/zuendende-gedanken.jpg" title="Zündende Gedanken"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/zuendende-gedanken.jpg" alt="Zündende Gedanken" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Zündende Gedanken</figcaption></figure><p><strong>Ich habe endlich wieder damit angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Und hätte damit niemals aufhören sollen.</strong></p><hr /><p>Wenn ich darüber nachdenke, habe ich wohl vor Jahren damit aufgehört, <em>weil es zu anstrengend war</em> aus diversen Gründen. (In Wirklichkeit hat mich <em>Resistance</em> einfach verarscht.)</p><p>Sich abends die Zeit zu nehmen und den Tag zu reflektieren, um dann ein paar Schlüsselmomente zu “archivieren”, war wohl einer davon: Irgendwie erschien mir das nicht wirklich angenehm und überhaupt nicht produktiv—und hat dazu noch den Tagesablauf unnatürlich unterbrochen. Meist war es dann auch einfach zu spät, und meine Wut oder meine Freude waren ein paar Stunden später dann vielleicht gar nicht mehr so wütend oder so freudig.</p><p>Außerdem fing ich an, die Situationen zu bewerten, statt sie einfach nur möglichst objektiv zu notieren. Das half nicht wirklich bei der Reflexion; ich konnte nicht wirklich loslassen und habe meine Wahrnehmung internalisiert—statt sie eben hinter mir zu lasen.</p><p>Und wenn nichts passiert war, was dann nun doch häufig passierte, dann war das Schreiben über das Wetter keine Option.</p><p>Alles in allem fühlte es sich nicht richtig an.</p><h2>Was hat sich geändert?</h2><p><a href="http://www.dayoneapp.com" title="Day One: A simple Journal">Nach allen den Jahren habe ich endlich einen Weg gefunden</a>, oder genauer, er mich: <a href="http://nennmichben.de/anmerkungen/nicht-laenger-social-media-nutzen/" title="Nicht länger social media nutzen?">Vielleicht bin ich ein schlechter <em>Twitter</em>–Nutzer</a>, aber die exakt selbe Technik, sich Mikropausen zu nehmen und etwas aufzuschreiben, unmittelbar, nachdem es passiert war, war eine Offenbarung für mich. (Natürlich hätte ich das auch vor Jahren haben können, indem ich einfach ein Notizbuch benutzt hätte. Auf der anderen Seite kann ich meine eigene Handschrift nicht lesen, also habe ich es wohl nie in ernsthaft in Betracht gezogen.)</p><p>Innerhalb von Tagen hatte mein Tagebuch schon dutzende Einträge.</p><h2>Jetzt ein Tagebuch schreiben</h2><p>Wie ist das, jetzt wieder ein Tagebuch zu schreiben? Heute habe ich es mir in Ruhe angesehen um zu schauen, ob das wirklich der richtige Weg ist.</p><p>Als ich die Einträge der letzten Tage durchblätterte, sind mir einige Schlüsseleinträge in meinem Tagebuch aufgefallen:</p><blockquote>  <p>Das Tagebuch als ein interner Monolog. Ist das wie Briefe (an jemanden) schreiben, die man nicht abschickt?</p></blockquote><p>Und:</p><blockquote>  <p>Alte Einträge zu früh erneut lesen, und dann wieder und wieder, ist <em>Resistance</em>.</p></blockquote><p>Sowie:</p><blockquote>  <p>Bin ich wirklich aufrichtig zu mir selbst in diesem Tagebuch, oder schreibe ich, was ich selbst später gerne lesen würde? (Dramatisiere ich? Untertreibe ich? Ist es meine Wahrnehmungn der Situation, über die ich schreibe, oder schreibe ich über die Situation selbst?)</p></blockquote><p>Außerdem, innerhalb von nur einer Woche, war es eine grundlegende Offenbarung für mich, dass <em>Müdigkeit</em> ein immer wiederkehrendes Thema ist, dass ich treffend in einem Eintrag zusammenfasste:</p><blockquote>  <p>Müdigkeit ist Lethargie.</p></blockquote><p>In dem Moment, in dem ich das schrieb, fing ich an sicherzustellen, dass ich das ändern würde.</p><p>Ich hatte außerdem Fragen an mein zukünfigtes Ich gestellt. Als ich das bemerkte, hörte ich sofort damit auf, und legte den Fokus darauf, sie zu beantworten statt sie zu notieren.</p><p>Unglaublich.</p><h2>Zusammengefasst</h2><p>Seitdem ich wieder angefangen habe, haben sich einige Dinge für mich geändert, auch schon nach dieser kurzen Zeit.</p><p>Das könnte auch ein “warum” sein: Vielleicht muss man nicht über alles mit jemandem reden, aber es nicht wenigstens (sofort?) aufzuschreiben ist sicherlich auch nicht gut.</p><p>Wenn mich jemand zum Beispiel ein Arschloch nennt, geht mir das am selben vorbei, besonders Stunden später. Wenn ich mich aber selbst so bezeichne, dann gibt das zu denken.</p><p>Es gibt also noch eine Menge für mich zu tun. Statt eine innere Unruhe zu haben, sich ständig “zum Besseren zu wandeln”, und dieses und jenes zu tun, ist es nun deutlich einfacher, sich auf etwas zu konzentrieren.</p><p>Und bei all den Dingen, die gerade passieren, wie sich die Welt verändert wie sie es nie zuvor tat, ist es genau an der richtigen Zeit.</p><p>Ich hätte niemals aufhören sollen, ein Tagebuch zu schreiben.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Vom+Schreiben+eines+pers%C3%B6nlichen+Tagebuches+%28endlich+wieder%29+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nicht länger social media nutzen?</title>
		<link>http://nennmichben.de/anmerkungen/nicht-laenger-social-media-nutzen/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2012 11:47:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[essay-839]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>

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		<description><![CDATA[Andrew Hedges hat sich entschlossen,  social media nicht länger zu nutzen. Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Aber wäre das auch das richtige für mich? Eine erste Bestandsaufnahme.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/bames-2.jpg" title="Bames 2"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/bames-2.jpg" alt="Bames 2" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Bames 2</figcaption></figure><p><strong>Andrew Hedges hat sich entschlossen,  social media nicht länger zu nutzen. Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Aber wäre das auch das richtige für mich? Eine erste Bestandsaufnahme.</strong></p><p><i>Eine Anmerkung zu <a href="http://nennmichben.de/essays/hallo-welt/"><q>Hallo Welt!</q></a>.</i></p><hr /><p><a href="http://andrew.hedges.name/blog/2012/06/21/turning-it-off" title="andrew.hedges.name: Turning it off."><cite>Andrew Hedges</cite> hat sich entschlossen, <em>social media</em> nicht länger zu nutzen:</a></p><blockquote>  <p>I’ve decided social media (Twitter, Facebook, Pinterest, Foursquare, etc.) isn’t contributing anything meaningful to my life and may, in fact, be hurting my life in significant ways. So, I’m turning it off.</p></blockquote><p>Da ist was dran. Wenn ich nicht in so vielen social media–Projekten beruflich involviert wäre, würde ich mir ernsthaft überlegen, dassselbe zu tun. Oder? Ist das scheinheilig? Was genau gibt mir social media überhaupt?</p><p>Hm.</p><p>Während es mir sehr viel Spaß macht, im Sinne einer Dienstleistung oder Inhaltes auf entsprechenden “Kanälen” zu reden, und ich auch vollständig mit der Notwendigkeit davon übereinstimme, sehe ich für mich auf persönlicher/privater Ebene nicht so sehr den Sinn. Ich bin kein Produkt, und sehr wahrscheinlich bin ich auch keine Marke. (Bei letzterem bin ich mir nicht so sicher.)</p><p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/How_to_Win_Friends_and_Influence_People" title="Wikipedia: How to Win Friends and Influence People">Ich mag es nicht sehr, meine Meinung kund zu tun, ohne danach gefragt zu werden</a>, und ich mag es nicht, über mich zu reden, besonders nicht, wenn ich nicht danach gefragt werde.</p><p>Außerdem fällt es mir schwer, <em>dort</em> entsprechend aktiv zu sein, nur um es es zu sein oder der Unterhaltung wegen. Das mag durchaus daran liegen, dass ich nicht gerade ein Fan von <del><em>smalltalk</em></del> Redundanz bin, besonders in Unterhaltungen. Da gibt es wunderbar passendes Zitat von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lyndon_B._Johnson" title="Wikipedia: Lyndon B. Johnson"><cite>Lyndon B. Johnson</cite></a>:</p><blockquote>  <p>If two men agree on everything, you may be sure that one of them is doing the thinking.</p></blockquote><p>(Oder in einer mäßig modernen Interpretation: <q>Wenn zwei Menschen dieselbe Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig.</q>—und ich glaube, dass das genauso auf Marken zutrifft, und dass das wichtig für mich ist und <a href="http://windmillnetworking.com/2011/02/08/seth-godin-social-media-marketing/" title="WindMill Networking: 10 Things Seth Godin Taught Me about Social Media Marketing">den Spaß dabei ausmacht</a>: Wenn du etwas machst, das jemand anderes bereits genauso macht, lass es.)</p><p>Und dann ist da der Geräuschspegel in den sozialen Netzen.</p><p>Natürlich könnte man leicht gegenargumentieren und anmerken, dass es das ist, was man draus macht. Ich habe ja auch Freude daran, interessanten Menschen und ihren großartigen Ideen <em>zuzuhören</em>, und ich kann mir dafür schwerlich einen anderen Ort vorstellen das zu tun, trotz des Lärms.</p><p>Aber was bedeutet das nun für mich? Sollte ich die soziale Netze in all ihren Konsequenzen verbannen? Das ist wahrscheinlich zu einfach.</p><p>Im Moment sollte ich ohnehin mehr an mir arbeiten: Es ist ja nicht so, dass diese Art der Kommunikation über ein Person an sich sein muss, oder  irgendwelche Ego–Spielereien sind (auf professioneller Ebene lässt es sich halt deutlich leichter davon differenzieren, in beide Richtungen), sondern über <a href="http://www.blackirishbooks.com/store/turning-pro/" title="Black Irish Books: Steven Pressfield: Turning Pro">das Professionalisieren an sich</a>.</p><p>Ich sollte <em>meine</em> Ideen kommunizieren, und idealerweise Menschen finden, die, nun, aktiv nicht einer Meinung mit mir sind, oder den Ideen etwas beisteuern können, oder mir ihre zeigen. Und nicht an etwas teilhaben, wo nur ein <em>like</em> bei herum kommt.</p><p>Das ist in der Tat so einfach wie nie zuvor. Und ich verstehe auch, dass wenn man es nicht zu seinen eigenen Bedingungen macht, ohne Ziel, social media sehr begrenzend wirkt und dem überhaupt nicht beisteuert. (Eine Diskussion über Datenschutz und dem Leben als “Produkt” mal völlig außen vor.)</p><p>Jetzt also den Stecker zu ziehen erscheint mir etwas voreilig—aber ich habe angefangen, mir darüber Gedanken zu machen. Das Professionalisieren auf persönlicher Ebene steht ersteinmal an.</p><p>(Und ob dass das richtige ist, liegt vielleicht <a href="http://paidtoexist.com/one-true-calling/" title="Paid To Exis: Why Some of Us Don't Have One True Calling (and Why We're Better Off that Way)">an der Berufung</a>. Aber das ist eine andere Geschichte.)</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Nicht+l%C3%A4nger+social+media+nutzen%3F+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fertig ist besser als perfekt</title>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 11:14:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[kaizen]]></category>
		<category><![CDATA[webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Albert Einstein über Webdesign:  “Wahnsinn: Dieselbe Sache immer und immer wieder tun, und andere Ergebnisse erwarten.” (Der Teil mit dem Webdesign ist erfunden, aber man, der war echt ein Genie.)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/wittorf-me-logo.jpg" title="Das wittorf.me–Logo, dekonstruiert"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/wittorf-me-logo.jpg" alt="Das wittorf.me–Logo, dekonstruiert" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Das wittorf.me–Logo, dekonstruiert</figcaption></figure><p><strong>Albert Einstein über Webdesign:  “Wahnsinn: Dieselbe Sache immer und immer wieder tun, und andere Ergebnisse erwarten.” (Der Teil mit dem Webdesign ist erfunden, aber man, der war echt ein Genie.)</strong></p><hr /><p>Von <cite>Jeffrey Zeldman</cite> gab es es vor ein paar Tagen einen großartigen Artikel, das <a href="http://www.zeldman.com/2012/05/18/web-design-manifesto-2012/" title="Jeffrey Zeldman: Web Design Manifesto 2012"><q>Web Design Manifesto 2012</q></a>:</p><blockquote>  <p>This is my personal site. There are many like it, but this one is mine. Designers with personal sites should experiment with new layout models when they can. Before I got busy with one thing and another, I used to redesign this site practically every other week. Sometimes the designs experimented with pitifully low contrast. Other times the type was absurdly small. I experimented with the technology that’s used to create web layouts, and with various notions of web “page” design and content presentation. I’m still doing that, I just don’t get to do it as often.</p></blockquote><p>Da ist was dran.</p><p>Zufälligerweise gab es ein paar Tage davor einen Artikel im <cite>Smashing Magazine</cite> mit dem passenden Titel <a href="http://uxdesign.smashingmagazine.com/2012/05/16/stop-redesigning-start-tuning-your-site/" title="Smashing Magazine: Stop Redesigning And Start Tuning Your Site Instead"><q>Stop Redesigning And Start Tuning Your Site Instead</q></a>:</p><blockquote>  <p>Worst of all, these offending organizations are prone to repeating the redesign process every few years like spendthrift amnesiacs. Remember what Einstein said about insanity? (It’s <a href="http://www.brainyquote.com/quotes/quotes/a/alberteins133991.html" title="BrainyQuote: Albert Einstein Quotes">this</a>, if you don’t know.) It’s as if they enjoy the sensation of failing spectacularly, publicly and expensively. Sadly, redesigns rarely solve actual problems faced by end users.</p></blockquote><p>Eine treffende Anmerkung.</p><p>Als ich die beiden Artikel las, hatte ich das Gefühl, dass mir <a href="http://www.stevenpressfield.com/the-war-of-art/" title="Steven Pressfield: The War of Art"><em>Resistance</em></a> direkt ins Gesicht lacht: Ich habe schon lange aufgehört zu zählen, wieviele <em>redesigns</em> meine Websites hinter sich haben, insbesondere die ewige Baustelle <em>nof.io</em><sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup>.</p><p>Für unglaublich viele Monate meines Lebens machte mir das immer wieder (neu–)Erschaffen so viel Spaß, dass wenn ich endlich fertig gewesen bin, ich fast schon vergessen hatte, worum es sich überhaupt auf der entsprechenden Website drehte. Schließlich verlor ich dann die Lust daran, sie noch mit Inhalten zu füllen. So, wie sie dann war, so rationalisierte ich es mir, würde das Design nicht mehr den Zweck erfüllen, meine angedachten Inhalte wiedergeben zu können. Dann schloss sich der Kreis, und alles begann erneut, oder ich gab das betroffene Projekt einfach auf.</p><p>Manchmal allerdings nicht die Zeit finden zu können, um diesem zeitaufwändigen Hobby zu fröhnen, kann sehr heilsam sein, wie auch Zeldman treffend feststellte. (Es ist ja so viel leichter, Dinge für Klienten und Freunde erledigt zu bekommen. Genau das Klischee: Der Webdesigner, der nur eine Visitenkartenwebsite hat.) Da ich nun aber unbedingt dieses Blog an den Start bringen wollte, änderte ich meinen Fokus auf das Verbessern (womit ich noch immer beschäftigt bin<sup id="fnref:2"><a href="#fn:2" rel="footnote">2</a></sup>), und auch, wenn ich noch immer nicht regelmäßig neue Inhalte veröffentliche, bin ich da näher und besser dran als je zuvor. Wenn das nicht <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kaizen" title="Wikipedia: Kaizen">Kaizen</a> ist.</p><p>Nächster Halt: Dasselbe für <em>nof.io</em>. Zeit, sich noch mal mit <a href="http://www.stoweboyd.com/post/23490316208/good-design-is-innovative-good-design-makes-a" title="Stowe Boyd: Dieter Ram’s ten commandments of good design">Dieter Rams&#8217; Design–Prinzipien</a> auseinander zu setzen.</p><p><em>Verwandt</em>: <a href="http://www.aleanjourney.com/2012/02/lean-quote-done-is-better-than-perfect.html" title="A Lean Journey: Lean Quote: Done is Better than Perfect">Schnell, gut, günstig. Wähle zwei.</a></p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span><em>Update 11.01.2013</em>: Das Projekt habe ich derweil auch aufgegeben; es existiert nur noch als <a href="http://twitter.com" title="Twitter: nof">Linksammlung bei Twitter</a>, die allerdings kontinuierlich gepflegt wird. Eine Lehre aus der Sache, die sich mir erst kürzlich wirklich erschlossen hat: Warum nicht nur eine gute Website für meine Belange, statt alles aufteilen zu wollen? Wirklich sinnvoll zu trennen war nur <a href="https://ulix.es" title="ULIXES ❖">ULIXES ❖</a>, und die Website hatte ich dann auch umgehend fertig gestellt.&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li><li id="fn:2"><span><em>Update 11.01.2013</em>: <a href="http://nennmichben.de/oder-sonst/das-bw-theme-fuer-wordpress-zum-download/" title="Das “bw” Theme für WordPress zum Download">Und das ist dabei heraus gekommen.</a> (Siehe “Und sonst” auf der Seite: Scheint so, als wäre ich zu blöde gewesen, der Intention meiner eigenen Worte zu folgen.)&#160;<a href="#fnref:2" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Fertig+ist+besser+als+perfekt+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Datenschutz und Überwachung: Regierungen vs. Firmen</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 08:16:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[staat]]></category>
		<category><![CDATA[überwachung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Freund von mir stellte treffend fest, dass es da ein Unterschied gibt. Anregungen zur Diskriminierung und einer ergebnissreicheren Diskussion.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/ueberwachung-bitte-angepasst-und-unauffaellig-verhalten.jpg" title="“Überwachung — bitte angepasst und unauffällig verhalten”"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/ueberwachung-bitte-angepasst-und-unauffaellig-verhalten.jpg" alt="“Überwachung — bitte angepasst und unauffällig verhalten”" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>“Überwachung — bitte angepasst und unauffällig verhalten”</figcaption></figure><p><strong>Ein Freund von mir stellte treffend fest, dass es da ein Unterschied gibt. Anregungen zur Diskriminierung und einer ergebnissreicheren Diskussion.</strong></p><hr /><p>Aus einem Gespräch mit einem Freund über die immer aktueller werdende Debatte über Überwachung, Privatsphäre, und Datenschutz:</p><blockquote>  <p>Ich werde die aktuelle Diskussion um Datenschutz nie so recht verstehen. Es werden Dinge gesagt wie “Menschen nutzen Facebook, aber beschweren sich über staatliche Überwachung!” (oder umgekehrt, oder beides, oder gar nichts davon), als wäre es dasselbe.</p>    <p>Die Sache ist die, für mich sind das von der Intention her zwei grunglegend verschiedene Dinge: Firmen wollen “nur” dein Geld, und interessieren sich für dich kaum als Person; eher, wer du gerne sein würdest. Regierungen, auf der anderen Seite, interessieren sich für dich als Person, wer du bist.</p>    <p>Und während Firmen alles tun, um dich in deinen Aktivitäten zu unterstützen (und sie auszuspionieren), um den höchsten individuellen Werbewert zu finden (um dir das meiste zu verkaufen), wollen Regierungen das Gegenteil: jedes Zeichen von abweichendem Verhalten bereits im Keim ersticken.</p></blockquote><p>Da ist was dran, und wenn ich mir das so recht anschaue, würde wohl eine deutlich ergiebigere Diskussion stattfinden können, wo die Grenzen da liegen, wenn beides differenziert wird. Das stellt “ich habe nichts zu verstecken” und “das geht dich nichts an” auch in einen besseren Kontext. (<a href="http://www.readwriteweb.com/archives/cispa_sopas_evil_twin_infographic.php" title="ReadWriteWeb: CISPA: SOPA's Evil Twin">Probleme entstehen allerdings wiklich, wenn diese beiden “Intentionen” gemischt werden.</a>)</p><p>Als Nebenbemerkung: Das erinnert mich stark an <a href="http://fatpita.net/?i=1952" title="Huxley (Brave New World) vs. Orwell (1984) - Who was right?"><q>Amusing Ourselves to Death</q></a>. Es sieht so aus, dass wir—zumindest in der westlichen Hemisphäre—bei Überwachung an <q>1984</q> denken, während wir uns in <q>Brave New World</q>–Aktivitäten üben (wahrscheinlich haben beide Autoren recht; außerdem ist es keine Verschwörung<sup id="fnref:1"><a href="#fn:1" rel="footnote">1</a></sup>).</p><hr /><footer><ol><li id="fn:1"><span><a href="http://www.wired.com/wired/archive/4.02/jobs_pr.html" title="Wired: Steve Jobs: The Next Insanely Great Thing"><cite>Steve Jobs</cite></a>: <q>When you&#8217;re young, you look at television and think, There&#8217;s a conspiracy. The networks have conspired to dumb us down. But when you get a little older, you realize that&#8217;s not true. The networks are in business to give people exactly what they want. That&#8217;s a far more depressing thought. Conspiracy is optimistic! You can shoot the bastards! We can have a revolution! But the networks are really in business to give people what they want. It&#8217;s the truth.</q>&#160;<a href="#fnref:1" rev="footnote">&#8617;</a></span></li></ol></footer><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Datenschutz+und+%C3%9Cberwachung%3A+Regierungen+vs.+Firmen+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie ich einen DDoS–Angriff (auf das Blog eines Freundes) überstanden habe</title>
		<link>http://nennmichben.de/anekdoten/wie-ich-einen-ddos-angriff-auf-das-blog-eines-freundes-ueberstanden-habe/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 16:59:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
		<category><![CDATA[ddos]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[sicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Tage Dauerfeuer auf das Blog eines Freundes aus unbekannter Ecke. Analyse und Gegenmaßnahmen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/evoke-2010-2.jpg" title="Evoke 2010"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/evoke-2010-2.jpg" alt="Evoke 2010" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Evoke 2010</figcaption></figure><p><strong>Drei Tage Dauerfeuer auf das Blog eines Freundes aus unbekannter Ecke. Analyse und Gegenmaßnahmen.</strong></p><hr /><p>Vor ein paar Tagen wurde <a href="http://www.hiking-blog.de" title="Hiking Blog">das Blog eines Freundes</a> mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Denial_of_Service" title="Wikipedia: DDoS-Attacken">DDoS-Attacken</a> angegriffen. Es liegt auf einem von mir betreuten Server, auf dem sich auch diese Website befindet. Wie passend, das hier kurz zu reflektieren.</p><p>Als ich einen routinemäßigen Blick in die Log-Dateien warf, häuften sich genau in dem Augenblick Meldungen vom System: wahrscheinlich würde jemand gerade eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SYN-Flood" title="Wikipedia: SYN-Flood">SYN-Flood-Attacke</a> gegen den Server fahren. Zuerst dachte ich mir nicht wirklich etwas dabei. Gelegentlich findet es jemand einfach praktisch, mehrere Tabs—manchmal einige Dutzend—von einer Website gleichzeitig zu öffnen.</p><p>Die Fehlermeldungen wurden aber mehr und mehr mit der Zeit. Da wollte wohl jemand für ein wenig Unruhe sorgen. Mit einer Vermutung, was genau passiert, startete ich ein Überwachungsprogramm, mit dem ich live sehen konnte, welche Webseiten wie oft aufgerufen würden. Es dauerte nur ein paar Augenblicke, und der Bildschirm füllte sich mit einer Liste von hunderten von Anfragen die Minute auf das Blog von Jens. Da hatte es wohl jemand genau darauf und auf ihn abgesehen, und wollte das <em>Hiking Blog</em> mit unzählig vielen Anfragen lahm legen.</p><aside><p>Wie würde der Server darauf reagieren?</p></aside><p>Während ich mir schon einige Strategien zurecht legte, wie ich damit umgehen sollte, informierte ich ihn darüber, dass es vielleicht zu Aussetzern kommen könnte. Ich nutzte aber auch die Gunst der Stunde, diesen Angriff genauer zu studieren. Wie reagiert dieser Server auf diesen Ansturm? Wie schnell wirkt sich das auf die Verbindungsgeschwindigkeit aus? Wie stark werden die Prozessoren ausgelastet? Arbeitsspeicher? Vielleicht wäre ich sogar so mutig zu schauen, ab wann System-Dienste nicht mehr reagieren würden.</p><p>Ich sah, wie die Zahl der Anfragen ständig zunahm. Nach einer halben Stunde waren es etwas über tausend Anfragen die Minute. Bisher wirkte sich das aber nicht negativ aus: Sein Blog lud genauso schnell wie vorher. Auch der Server selbst war noch fern davon überlastet zu sein.</p><p>Vorsichtshalber stellte ich sicher, dass mein Web–Server (genauer: der vorgeschaltete <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Proxy_(Rechnernetz)#Reverse_Proxy" title="Wikipedia: Proxy (Rechnernetze)">Reverse–Proxy</a>) sich auch ausreichend bei den System–Ressourcen bedienen darf, um möglichst viel aus dem Arbeitsspeicher zu liefern, damit wenig <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CPU-Last" title="Wikipedia: CPU-Last">CPU–Last</a> durch das Erstellen von Webseiten entsteht. Außerdem vergewisserte ich mich, dass er die in tausenden reinströmenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Logdatei" title="Wikipedia: Log-Datei">Log–Einträge</a> nicht sofort auf die Festplatte schreibt, was sie sicherlich ganz schön belastet hätte, sondern erst nach einer gewissen Größe blockweise schreiben würde.</p><p>Dabei entdeckte ich, dass einige der Bilder in Jens’ Blog bei jedem Aufruf dynamisch erzeugt wurden. Das könnte ich doch optimieren. Ich änderte es so, dass auch diese <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cache" title="Wikipedia: Cache">zwischen gespeichert</a> werden würden, schließlich enthalten sie keine Echtzeit–Informationen oder würden zur Anmeldung gebraucht. Und Optimierung des Zwischenspeichers? Da ginge doch sicher auch noch mehr. Um eine direkt etwas umfassendere Strategie zu fahren, veranlasste ich meinen Server, ältere Webseiten und Objekte länger im Zwischenspeicher verbleiben zu lassen.</p><p>Mit diesem kleinen Tuning startete ich den Web–Dienst neu, und beobachtete weiter die Last auf dem Server. Nach ein paar Minuten fanden sich auch alle <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zombie_(Internet)" title="Wikipedia: Zombie (Internet)">Zombies</a> wieder ein, die weiterhin etwas über tausend Anfragen die Minute stellten. Mein Server nahm es nach den Maßnahmen allerdings noch gelassener, und tat ohne Zucken weiter seinen Dienst.</p><aside><p>Nach einer Stunde war Schluss mit den Angriffen.</p></aside><p>In der Zwischenzeit schrieb ich Jens, dass dem Angreifer vielleicht langweilig wurde, weil keinerlei negative Reaktion hervorging—nicht vom Server, aber auch nicht von Jens oder mir in <a href="http://twitter.com/nof" title="Twitter: @nof">sozialen Kanälen</a>. Gerade jedoch, als ich mich wieder anderen Dingen widmen wollte, rollte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plants_vs._Zombies" title="Wikipedia: Plants vs. Zombies">die nächste Welle von Zombies</a> an.</p><p>Innerhalb von ein paar Minuten hatte ich etwas über zweitausend Zugriffe die Minute. Ich wurde etwas unruhig. Mein Server allerdings nicht, und lieferte weiterhin fröhlich seine Inhalte an die seelenlosen Besucher aus. Ich informierte Jens wieder darüber, aber dieses mal auch meinen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hosting" title="Wikipedia: Hosting">Hoster</a> über die Lage. Dann intensivierte ich meine Recherche, was bei DDoS-Angriffen noch getan werden kann, und ob ich Möglichkeiten finden sollte, die über das hinaus gehen würden, was ich selbst für den Notfall geplant hatte, ohne dass der Server, oder wenigstens der Web–Dienst, abgeschaltet werden müsste. Das wäre der letzte Schritt, den viele Anbieter bereits früh gehen würden. Ich nicht.</p><p>Also schaute ich, dass noch ein paar weitere Kleinigkeiten optimiert werden. Ich legte schon Regeln für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Firewall" title="Wikipedia: Firewall">Firewall</a> an, um die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen eines Besuchers zu beschränken, und auch, wieviele Verbindungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufgebaut werden dürften, bevor Verbindungen ganz unterbunden würden, aktivierte sie jedoch noch nicht. Ich stellte aber schon mal sicher, dass meine Verbindung über eine bestimmte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/IP-Adresse" title="Wikipedia: IP-Adresse">IP-Adresse</a> zum Server auf jeden Fall priorisiert werden würde—es wäre schon schwieriger, etwas zu bewirken, wenn ich selbst nicht mehr auf ihn zugreifen könnte.</p><p>Die Angriffe wurden aber nicht mehr, und für ungefähr eine Stunde hatte ich weiterhin etwas über zweitausend Zugriffe die Minute. Dann hörten sie auf. Der neue Server hatte seine erste Feuerprobe bestanden.</p><p>Dann informierte ich wieder Jens, der inzwischen verständlicherweise etwas besorgt und nun froh war, dass die Angriffe wieder einmal aufgehört hätten.</p><aside><p>Natürlich nur vorübergehend.</p></aside><p>Ich hielt die Konsole ständig offen, und konnte nach einiger Zeit sehen, dass die Zombies schon wieder zurück kamen. Und es waren mehr als vorher. Nach ein paar Minuten hatte ich über dreitausend Zugriffe die Minute. So langsam…</p><p>Allerdings war ich im entsprechenden Umfang erleichtert zu sehen, dass mein Server problemlos mit der steigenden Zahl der Zugriffe lineaer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Skalierbarkeit" title="Wikipedia: Skalierbarkeit">skalierte</a>, und sich die Last noch immer in einem akzeptablen Rahmen befand. Nicht mal ein Viertel seiner Leistung wurde in Anspruch angenommen. Nur bei der Verbindung—genauer: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Time_To_First_Byte" title="Wikipedia: Time To First Byte">die Zeit vom Aufruf bis zum Laden der ersten Bytes</a> von Webseiten—kam es inzwischen häufiger zu Verzögerungen. Aber auch das hielt sich noch im vertretbaren Rahmen, schließlich luden die Webseiten im Schnitt noch immer schneller als viele andere.</p><p>Zum Vergleich mit den vorherigen beiden Wellen schaute ich mir das massive Untreiben ein paar Minuten an. Wie schon zuvor stieg die Zugriffszahl dann nicht weiter. Für ebenfalls eine Stunde durfte sich Jens weiter über die wohl etwas über dem Durchschnitt liegenden Zugriffszahlen freuen. Auch mit den erwähnten Aussetzern bei den Verbindungen tat der Server weiterhin fröhlich seinen Dienst, und nach ebenfalls einer Stunde ebbte die Welle fast so schnell ab wie sie gekommen war.</p><aside><p>Ruhe. — Zumindest bis zum nächsten Tag.</p></aside><p>Fast zur selben Uhrzeit wie am Vortag tummelten sich wieder Zombies vor der digitalen Haustüre. Sie brachten nun in etwa viertausend Anfragen die Minute mit sich.</p><p>Zwar war die Last auf meinem Server noch immer völlig in Ordnung, aber aus den gelegentlichen Verzögerungen im Verbindungsaufbau wurden regelmäßigere Verzögerungen. Die Bandbreite der Anbindung sollte wohl einfach nicht mehr länger mitspielen. Ich aktivierte die Notfallregeln der Firewall, und die Zahl der Verbindungsaufrufe pro Minute reduzierte sich schlagartig von über viertausend zu knapp über vierhundert.</p><p>Nur war ich nicht wirklich zufrieden mit der Lösung, auch wenn soweit alles unter Kontrolle war. Wieder eine Stunde später hörten auch diese Angriffe auf.</p><p>Damit die Benutzung des Servers erneut uneingeschränkt möglich war, deaktivierte ich die strikten Firewall-Regeln. Es verstrich einige Zeit, auch über die übliche Intervallzeit der Pausen hinaus. Ich telefonierte schon mit Jens, und wir waren recht froh, dass jetzt aber wohl Ruhe eingekehrt sei.</p><p>Bis sie wieder kamen. Und dann waren es sechstausend Aufrufe die Minute.</p><p>Schnell aktivierte ich wieder die Firewall–Regeln, und konnte diese Zahl um neun Zehntel auf sechshundert Aufrufe die Minute reduzieren. Und auch wenn mein Server jetzt bei etwas über einem Drittel bei der Auslastung und damit noch immer fern von “wirklich beschäftigt” war, waren Verzögerungen beim Verbindungsaufbau nun der Normalfall. Langsam beeinträchtige das auch den E-Mail-Verkehr.</p><p>Zähneknirschend deaktivierte ich den Web–Dienst für das Hiking Blog, und wie zu erwarten gab es keinerlei Verbindungsprobleme mehr. Allerdings war das für mich alles, nur keine akzeptable Lösung, vor allem nicht unter den Umständen.</p><p>Also aktivierte ich den Web–Dienst wieder um mir ganz genau anzusehen, wo die Zombies her kamen. Ich sortierte die Liste der Zugriffe nach Zugriffshäufigkeit. Dann verweigerte ich jedem Besucher, der mehr als 20 Verbindungen gleichzeitig offen hatte, den zukünftigen Zugriff auf den Server. Doch wann immer ich ein paar ausgesperrt hatte, folgten umgehend neue Zombies, die entsprechende Plätze einnahmen.</p><p>Ich informierte Jens, dass ich sein Blog nun leider kurzzeitig vom Netz nehmen müsste. Anfragen, die auf sein Blog gestellt wurden, ließ ich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Localhost" title="Wikipedia: localhost">auf den Anfragenden zurück</a> lenken. Das wäre zwar ärgerlich für reguläre Besucher, aber solche, die versuchen, so viele Verbindungen wie nur irgendwie möglich aufzubauen, hätten vielleicht ein wenig Spaß. Außerdem würde ich so noch weiter sehen können, wer weiterhin versucht, das Hiking Blog durch so viele unnötige Anfragen lahm zu legen.</p><p>Weiter und weiter verbannte ich Zombies, die zu viele Anfragen stellten. Zwar sank die Netzlast ein wenig, aber nicht beträchlich. Kein Wunder bei der Zahl der Zombies. Oder? Ich hatte eine Idee.</p><p>Zuvor richtete ich aber noch ein, dass das Blog von Jens hoffentlich eher früher als später über einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing" title="Wikipedia: Cloud Computing">Cloud–Dienst</a> geladen werden sollte, der deutlich weniger Probleme mit der Bandbreite hat als mein Server—die Server-Last war ja kein Problem. Natürlich war das aber nicht meine Lösung, sondern nur kurzzeitiges Mittel zum Zweck.</p><p>Und dann? Dann entfernte ich in einem fast schon waghalsigen Manöver die strikten Firewall-Regeln, während ich die <em>ban</em>-Liste, die mittlerweile auf fast sechshundert Einträge gewachsen war, bestehen ließ. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich über zwölftausend Anfragen die Minute, und zum ersten Mal überhaupt stieg die Server-Last auf knapp über fünfzig Prozent. Dann erstellte ich weniger strikte Firewall-Regeln, und regelte die Anfragen um ein Drittel auf achttausend Anfragen die Minute nach unten. Die Server-Last pendelte dabei bei etwas über vierzig Prozent ein.</p><p>Und dann ließ ich mir wie auch zuvor anzeigen, welche Zombies die meisten Verbindungen offen hatten—nun aber kombiniert mit der Bandbreite, die sie in Anspruch nahmen. Gezielt nahm ich mir diese vor, und verbannte sie von jedem Zugriff auf meinem Server. Nach schon nur knapp fünfzig ausgeschlossenen Rechnern implodierten die Anfragen die Minute auf dreihundert.</p><p>Vorbei war es mit den Verbindungsproblemen. Ich deaktivierte die (weniger) strikten Firewall-Regeln. Dann stiegen die Zugriffe zwar wieder auf sechshundert, von denen ich ja aber wusste, dass das alles andere als ein Problem für meinen Server sein sollte. Noch ein paar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Host_(Informationstechnik)" title="Wikipedia: Host (Informationstechnik)">Hosts</a> später waren es nur noch hundertzwanzig, und wohlwollend nahm ich zur Kenntnis, dass der Cloud–Dienst seine Arbeit aufgenommen hatte, und kräftig beisteuerte.</p><aside><p>Ruhe. Diesesmal wirklich.</p></aside><p>Schließlich verwehrte ich den letzten paar Dutzend nach und nach den Zugriff. Mit jedem verbannten Host verschwanden auch andere Zombies aus den Netzwerkzugriffen. Als ich schließlich bei achtzig Anfragen die Minute landete, stellte ich vor Erstaunen fest, dass der Cloud–Dienst zwar aktiv war, aber gar nicht die Anfragen auf die Startseite von Jens’ Blog zwischengespeichert sondern durchgereicht hatte. Nett.</p><p>Noch ein paar Einträge in der ban-Liste später war dann nun auch wirklich alles auf dem Server wieder normal. Zur Sicherheit konfigurierte ich den Cloud–Dienst noch zu Ende, damit wirklich alle Anfragen, falls noch welche nachkommen würden, nachdem ich mich endlich schlafen legte, nicht für irgendeinen Ausfall sorgen könnten.</p><p>Am nächsten Tag gab es zwar noch einmal einen kleinen Anlauf, den ich in den Statistiken vom Cloud–Dienst sehen konnte, aber nachdem ich eine Liste mit den Angreifern übermittelt hatte, war auch da Stille.</p><h2>Nachbesprechung</h2><p>Würde ich sagen, dass ich erfolgreich einen DDoS-Angriff abgewehrt habe? Ja. Aber nur den im speziellen. Eine allgemeine Lösung ist das nicht, und beim nächsten Angriff würde ich mir wohl wieder eine individuelle Lösung einfallen lassen müssen, wenn ich wieder auch einfach keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Downtime" title="Wikipedia: Downtime">Downtime</a> in Kauf nehmen oder den Schwarzen Peter einem anderen Dienstleister zuschieben will.</p><p>Hätte der Angreifer sich nur ein wenig mehr Mühe gegeben, und seine Zombie–Horde geschickter und zielgerichteter gelenkt—ich habe sehr schnell gemerkt, was meinem Server wirklich das Genick brechen würde—, wäre ich sicherlich nicht mit einer noch fast glänzender Rüstung davon gekommen, ohne eben einen der beiden oben genannten Wege zu gehen.</p><p>Anzumerken bleibt da noch, das ich gerade die technischen Details sehr vereinfacht dargestellt habe. Wer Details wissen möchte, kann mich gerne danach fragen.</p><p>Bemerkenswert auch, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Botnet" title="Wikipedia: Botnet">Botnets</a> in 1000er Paketen wohl wirklich von jedem stundenweise gemietet werden können. Und da wird noch einiges passieren—ich kann nicht genug betonen, dass man sich mit diesem Szenario besser im Vorfeld beschäftigt:</p><p>Wenn es bereits passiert, ist es zu spät.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Wie+ich+einen+DDoS%E2%80%93Angriff+%28auf+das+Blog+eines+Freundes%29+%C3%BCberstanden+habe+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Man trifft sich immer zweimal</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 17:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[zufallsbekanntschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Von einem, der weg zog, ein Held wurde, und Karma kennen lernte.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/wuppertal-nahe-alter-markt.jpg" title="Wuppertal nahe Alter Markt"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/wuppertal-nahe-alter-markt.jpg" alt="Wuppertal nahe Alter Markt" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Wuppertal nahe Alter Markt</figcaption></figure><p><strong>Von einem, der weg zog, ein Held wurde, und Karma kennen lernte.</strong></p><hr /><p>Kurz vor dem Umzug besuchte ich unter der Woche eine Freundin in Köln, und eigentlich erwartungsgemäß wurde der Abend länger als geplant. Mit viel Mühe und Not erreichte ich noch den letzten Zug, und über einige Umwege kam ich schließlich nicht lange vor dem Sonnenaufgang am Bahnhof an. Auf dem Nachhauseweg, kurz, bevor ich in die letzte Straße einbiegen wollte, rief jemand, “Hey du, kannste mir mal kurz helfen?”</p><p>Ich schaute mich um, und konnte den Rufenden zuerst nicht ausmachen. Schließlich sah ich ihn—in einem Rollstuhl sitzend in der Einfahrt eines umzaunten Parkplatzes. Er winkte mich zu sich hin, während er mir entgegen rollte. Um den Arm trug er einen Verband, seine Mütze verdeckte größtenteils Verletzungen am Kopf.</p><p>“Das ist aber nett, dass du mir hilfst!” sagte er in einem Berlinerisch. “Ist ja schon was spät, und ich glaub’, ich hab’ mich mit der Zeit vertan, und selbstverständlich ist das ja auch nicht um die Uhrzeit, dass du dir Zeit nimmst.” Er erzählte mir, dass er bei einem Kumpel gewesen sei, und jetzt aber wirklich mal nach Hause wolle. Seinem Freund gegenüber versicherte er, dass er das alleine schaffen würde, aber nun wüsste er gerade dann doch nicht weiter, und seinen Freund wollte er nicht wecken. “Sonst macht der sich wieder so Sorgen!”</p><p>Ich fragte ihn, wie ich ihm denn helfen könne. “Na, keine Sorge, schieben musste mich nicht! Ich würd’ nur gerne wissen, ob du weißt, wann hier der nächste Bus fährt.” Ich ging kurz vor zur Haltestelle, schaute nach, kehrte zurück, und sagte ihm, “Leider erst in etwas über einer Stunde. Die letzten Busse sind schon vor ein paar Stunden gefahren, und der NachtExpress fährt nur am Wochenende.” “Was, echt?” Überlegend schaute er mich an, und entgegnete schnell, “Kannste für mich ‘n Taxi rufen?”</p><p>So gefragt rief ich beim örtlichen Taxi–Verbund an, und bestellte eines, dass tauglich für Rollstuhlfahrer sein müsste. Freundlich unterbrach mich der Berliner, und erwähnte, dass es reicht, wenn man den Rollstuhl verstauen könne—wenn man ihm helfen würde, könnte er sich auch hinsetzen. In der Taxi–Zentrale schien das mit einem erleichterten Seufzer zur Kenntnis genommen worden zu sein. “Ich warte gerne solange mit, bis das Taxi da ist”, bot ich an, was er sichtlich erfreut annahm.</p><p>Erst sagte er mir, dass er sich freuen würde, dass ich ihm helfe, aber ihm das auch irgendwie klar war: “Weißte, dein Hemd. Solche haben sie früher in Berlin in den Metzgereien getragen. Erinnerte mich daran.” Er erzählte mir ein wenig aus seiner Jugend, und auch mit einem Lächeln, warum er umgezogen sei (“Wenn die hier in den Osten kommen, will ich mal sehen, warum’s im Westen so schlecht ist!”).</p><p>Dann erzählte er mir, warum er überhaupt im Rollstuhl sitzen würde: “Vor ein paar Wochen, unten am Alten Markt, vor der Bank, da belästigten so’n paar Typen eine Frau. Bin da natürlich sofort zwischen. Zwei konnte ich in die Flucht schlagen. Was ich nicht sehen konnte, war der hinter mir—der mir dann ‘n Messer von hinten in den Rücken stach.” Mitfühlend verzog ich mein Gesicht, worauf hin er erwähnte, dass er Glück hatte, und nichts wichtiges verletzt worden sei, nur der Arm wohl noch ein paar Wochen lahm bleiben würde. “Hab’s nicht bereut”, sagte er, “und würd’s wieder machen”, als ich ihn auf seine Zivilcourage ansprach. “Obwohl’s nächsten Tag in der Zeitung stand”, was ihm wohl unangenehm war.</p><p>“Aber das ist gar nicht der Grund, warum ich gerade im Rollstuhl sitze!” sagte er dann. “Nach der Physio stand ich auf Krücken am Straßenrand und wollte mir ein Taxi rufen. Als es um die Ecke bog, ging ich auf die andere Straßenseite, als plötzlich ein Auto kam und mich platt fuhr. Der Taxi–Fahrer hat sich sofort um mich gekümmert, und als ich wach war, sagte der, ‘der ist abgehauen!’” Ich schaute ihn kurz fassungslos an. “Wenn’s nicht so weh tun würde, könnte ich drüber lachen”, sagte er schließlich. Und lachte dann doch kurz. “Nicht, weil’s so komisch ist, aber da denkste dir, Karma funktioniert anders.”</p><p>Bald darauf kam auch das Taxi, und wir verabschiedeten uns voneinander. Wir stellten uns mit Vornamen vor, und er bedankte sich noch mal bei mir. “Weißte, man trifft sich ja immer zweimal, und dann gebe ich dir ein Bier aus”, sagte er mir. Ich freue mich darauf—auch wenn ich dann darauf bestehen werde, es ihm auszugeben</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Man+trifft+sich+immer+zweimal+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zwei Leben</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 16:23:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[selbstverwirklichung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Umzug, zwei Dienstleister, vier Werdegänge.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/gegensatz.jpg" title="Gegensatz"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/gegensatz.jpg" alt="Gegensatz" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Gegensatz</figcaption></figure><p><strong>Ein Umzug, zwei Dienstleister, vier Werdegänge.</strong></p><hr /><p>Als nach dem Umzug die Küche aufgebaut wurde, unterhielt ich mich ein wenig mit dem Monteur, der selbstständig als Dienstleister für diverse Küchenzentren arbeitet. Er erzählte mir von angenehmen und weniger angenehmen Kunden, und von angenehmen und weniger angenehmen Auftraggebern. Gerade sein aktueller Auftraggeber jedoch wäre von besonderer Natur, mit einer gesunden Mischung aus Arroganz und mangelndem Verständnis für die Arbeit vor Ort.</p><p>Mit einem Lächeln erinnerte sich der Monteur an eine kurze Auseinandersetzung mit ihm. Bei einer Installation wurden falsche Teile angeliefert, die sich einfach nicht anpassen ließen. In der Nachbesprechung warf ihm sein Auftraggeber vor, nicht die entsprechenden geistigen Fähigkeiten zu besitzen.</p><p>“Wissen Sie”, erwiderte er darauf, “das Abitur habe ich auch geschafft”.</p><p>“Wie, Sie haben Abitur?” fragte ihn sein Auftraggeber wohl recht überrascht.</p><p>“Ja”, entgegnete der Monteur ihm, “und dann habe ich mit Auszeichnung Wirtschaftswissenschaften studiert, aber noch rechtzeitig bemerkt, dass ich kein vertrockneter Sesselfurzer werden möchte, sondern lieber einer Arbeit mit Leidenschaft nachgehe, die ich richtig gerne mache—und habe dazu eine Schreinerlehre gemacht.”</p><p>“Zwar würde sich dieser Auftraggeber noch immer wie ein Idiot benehmen”, erzählte er mir, “aber nichts ließe ihn so still werden wie ein einfaches Lächeln von ihm.”</p><hr /><p>Ein paar Tage früher war ein Techniker da, der sich um den Telefon- und Fernsehanschluss kümmerte. Sehr zu seiner Unzufriedenheit war das kein einfacher Installationsjob, sondern einer mit zweifacher Anreise: Für meinen Anschluss musste die bestehende Hausanlage ausgetauscht werden. Mit viel Unwillen, aber herausragender technischer Kompetenz nahm er sich dem an, was mehrere Stunden dauern sollte. Gerne leistete ich ihm dabei ein wenig Gesellschaft, und wenn schon nur, weil mich die Technik interessierte.</p><p>Während er mir auch von angenehmen und weniger angenehmen Kunden—aber insbesondere den anhängigen Aufträgen sowie deren knapper Terminierung—erzählte, merkte ich an, dass seine Kabelanordnung an der Wand wie eine überdimensionierte Platine aussehen würde, und ich es schön fände, wenn man in einer Arbeit die Liebe zum Detail erkennen könne. Schließlich erzählte er mir dann, wie er zu diesem Job gekommen ist: Er sei Elektrotechniker (mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik), und hätte zuletzt für ein japanisches Unternehmen hier vor Ort gearbeitet.</p><p>Dort hätte er sich besonders um Faxgeräte gekümmert: Entwurf, Optimierung, Testen. Das wurde aber nach und nach rückläufig, bis es sich fast nur noch um Reparaturen drehte. Irgendwann waren Faxgeräte so billig und die Technik würde keinen Fortschritt mehr machen können, dass sein Arbeitsplatz aufgelöst wurde. Nach einer langen Trockenphase landete er schließlich als Angestellter in einer Firma, die für Telekommunikationsanbieter Lösungen umsetzt.</p><p>“Besser das, als gar nicht arbeiten”, sagte er mir, “und es hätte mich schlimmer treffen können. Ein Kollege von mir ist Diplom-Ingenieur.”</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Zwei+Leben+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nach Dortmund und zurück</title>
		<link>http://nennmichben.de/anekdoten/nach-dortmund-und-zurueck/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 15:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
		<category><![CDATA[dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[freunde]]></category>
		<category><![CDATA[zufallsbekanntschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Von einer Kneipentour mit einem Freund in einer ewig lange nicht mehr besuchten Stadt, und von einer interessanten Rückfahrt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/koelner-nacht.jpg" title="Kölner Nacht"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/koelner-nacht.jpg" alt="Kölner Nacht" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Kölner Nacht</figcaption></figure><p><strong>Von einer Kneipentour mit einem Freund in einer ewig lange nicht mehr besuchten Stadt, und von einer interessanten Rückfahrt.</strong></p><hr /><p>Vor einigen Wochen besuchte ich einen Freund in Dortmund. Da ich schon Ewigkeiten nicht mehr in Dortmund gewesen bin und die Stadt nicht gerade in positiver Erinnerung hatte, lud er mich ein, mit mir eine Kneipentour zu machen und mir die Stadt ein wenig aus seiner Sicht zu zeigen.</p><p>Es war genau zu der Zeit, als die Bahn durch nicht–funktionierende Klimaanlagen auffiel, und für anderthalb Stunden setzte ich mich in den Zug. Während es draußen heiß und trocken war, wurde die Bahn—und trotz schlechter eine passende Analogie—zum fahrenden Dampfgarkessel. Zwar nahm ich mir vor, ein Buch zu lesen, aber bei dem extrem schwülen Klima verstand ich, warum es im Regenwald wohl leichter ist mit Gorillas zu leben als über sie zu schreiben.</p><p>Ich schaute mir ein wenig die anderen Fahrgäste an, die allesamt selbst versuchten mit der Hitze klar zu kommen. Einige brauchten Berge an Taschentüchern auf, andere benutzten ihre Leseutensilien als Fächer, wieder andere übten sich in Zynismus oder sonstigen Arten von Unfreundlichkeit. Beneidenswert aber fand ich die junge Dame, die mir gegenüber saß, die ein um die fünfhundert Seiten starkes Hardcover–Buch zu lesen versuchte. Das nämlich muss wohl so langweilig gewesen sein, dass sie bald darauf ein– und so die drückende Unerträglichkeit verschlief.</p><p>In Dortmund selbst stieg ich ein wenig angeschlagen aus wie man normalerweise in klimatisierte Fahrzeuge einsteigt: ins trockene, etwas kältere, entspannendere. (Vielleicht hätte ich mir an dem Abend auch einfach kein Hemd anziehen sollen.) Aus dem Bahnhof hinaus war noch immer der Unions–Brauerei–Turm mit seinem riesigen U zu sehen, in Sichtweite dazwischen seit meinem letzten Besuch nun auch die neue Stadtbibliothek mit ihren vielen Fenstern. Auch nicht gerade ein Wunschort zum Aufenthalt bei dem Wetter.</p><p>Wir suchten dann einen irischen Pub in Bahnhofsnähe auf, tranken Cider, schön kalt, und uns warm. Zwar lagen nicht viele Jahre zwischen uns, genug aber, um jeweils interessante Einsichten im Umgang mit und Verständnis vom Internet und insbesondere seinen sozialen Aspekten auszutauschen, und zusammen mit wieder genug Abstand zu den meisten anderen Anwesenden, um uns zu überlegen, wie es wohl erst in der Generation sein mag.</p><p>Danach gingen wir in einen amerikanisch angehauchten Laden während wir unser Gespräch fortführten, und gönnten uns ein Lokal–typisches Gerstengetränk. Im Hintergrund lief ein WM–Spiel; da erzählte ich, dass ich an sich kein großer Fußball–Fan sei, aber immerhin schon zwei Duisburg–Spiele im Stadion gesehen hätte—Sakrileg! Und schon etwas für das nächste Treffen in Dortmund hätten. Natürlich, wenn es mir denn nun in Dortmund gefallen würde.</p><p>Auf dem Weg in die Innenstadt besuchten wir noch kurz einen weiteren kleinen, eher szenemäßigen Laden in der Nähe der Oper für ein weiteres ebenso Lokal–typisches Bier—auch echt nett–, bevor wir uns dann am Rathausplatz, der auch der Marktplatz gewesen sein mag, draußen an ein Brauhaus setzten und ein echt sehr leckeres Bier tranken. Wir reflektierten ein wenig meinen Eindruck von Dortmund, der sich bis dahin schon zum positiven verändert hatte. Zeit, sich nun über’s Essen Gedanken zu machen! Ich erzählte von einer meiner Lieblingsküchen: der libanesischen. Im Unglauben, dass mein Stadtführer noch nicht in den Genuss dieser gekommen ist, und seinem Interesse (und Appetit) nach meiner Schwärmerei, setzten wir uns als nächstes Ziel Schawarma zu essen—was leichter gesagt als getan war, denn in Dortmund, zumindest in der Innenstadt, gäbe es wohl keine arabischen (Schnell–)Restaurants.</p><p>Durch ein aufschlussreiches Telefonat meines an sich schon selbst sehr ortskundigen Freundes erfuhren wir schließlich von einem libanesischem Restaurant in der Nähe der Innenstadt, das wohl gerade erst aufgemacht hätte. Zwar nicht weit entfernt, aber nicht zu finden, wenn man nicht weiß, wonach man suchen muss, begaben wir uns dorthin. Draußen rauchten einige gemütlich ihre Shisha und schauten uns verwundert an; wir nahmen innen Platz, wo gerade das zweite WM–Spiel an diesem Abend geschaut wurde. Geradezu sympathisch sprach nur die Kellnerin deutsch, während es beim Spiel keine Sprachprobleme gab. Wir bestellten uns dann etwas zu essen, unter anderem etwas Schawarma (aus Lammfleisch), das sich als das mitunter beste herausstellte, welches ich selbst je gegessen hatte, und Wochen später meinen Freund für spätere Genüsse dieser Art zwar äußerst positiv vorbelastete aber genauso enttäuschen würde. Danach tranken wir einen Kaffee und einen Tee, während wir noch ein wenig das Spiel mit den andren Gästen zu Ende sahen. Mit gebrochenen Arabisch verabschiedete ich uns schließlich, und die Kellnerin erwiderte das mit einem <em>Ma’a salama, habibi</em>. Gerne!</p><p>Auf dem Rückweg zum Bahnhof legten wir dann noch einen kurzen Stopp bei einem Festival–Zelt ein, das unsere Bestellung als letzte aufnahm. Wir schauten uns noch ein wenig vorbeiziehende Menschen an, die im Gegensatz zu uns wohl die Nacht noch erst beginnen lassen wollten. Am Bahnhof selbst kaufte ich mir dann eine Fahrkarte—unnötigerweise für einen ICE, da sonst kein Zug mehr fuhr –, wobei mich ein Schwarzer ansprach, dem ich kurz bei einem Fahrkartenkauf half, der exakt im selben Dilemma steckte, dazu noch kein Deutsch sprach, und ihm sonst keiner helfen konnte oder wollte. (Ihn sollte ich später wieder treffen.) Danach, als wir uns noch ein wenig unterhielten während wir auf unsere Züge warteten, klärten wir noch mal ab, dass ich Dortmund sehr gerne wieder einen Besuch abstatten würde, und sich (nicht nur deswegen) sicher das eine oder andere arabische Restaurant über einen Gast mehr freuen dürfte. Dann verabschiedeten wir uns, und ich freute mich auf eine ebenfalls anderthalb Stunden lange Fahrt mit sanfter oder vielleicht auch wachhaltender Musik.</p><p>Als ich dann am Gleis selbst stand, traf ich wieder auf die Kurzbekanntschaft vom Fahrkartenautomaten, die etwas verloren wirkte. Ich kam mit ihm ins Gespräch, und wir setzten uns im Zug nebeneinander. Er erzählte mir, dass er gerade aus Spanien kam, wo er bei der Frau eines Diplomaten wohnte, und nun wollte er eine Freundin treffen, von der er noch nicht herausgefunden hätte, ob sie lesbisch sei, oder die Einladung vielleicht auch etwas anderes bedeuten könnte. Das sei es jedenfalls wert gewesen diese Reise auf sich zu nehmen. Das, und ein Festival, wobei er mich fragte, ob ich wüsste, wo das Festival sei, bis ich er erstaunt lauschte als ich ihm erzählte, dass nur an jenem Wochenende im Großraum NRW schon dutzende stattfinden würden. Zuerst verstand ich ihn dann nicht richtig, welches er meinte, und dachte, er wollte nach Solingen, bis sich heraus stellte, dass er ein Reggae–Festival in Köln meinte, am Fühlinger See. Dann unterhielten wir uns ein wenig über Gott und die Welt, wie er von Afrika über Frankreich schließlich in Spanien landete, aber auch schon einige Zeit in Großbritannien als Koch lebte. Spanien hätte ihm aber am besten gefallen. Natürlich, “I’ll be honest with you”, weil ihm dort auch die Frauen besonders gefielen. Schließlich landete unser Gespräch wieder beim Reggae–Festival, und ein wenig seiner logistischen Planung. Nicht mal, wo er dort übernachten wollte (er hatte nicht mal Handgepäck), sondern wie genau er dort hinkommen sollte.</p><p>Während ich versuchte, eine Verbindung zu finden, sprach uns dann jemand von der anderen Seite des Zuges an, ob wir denn auch zu dem Reggae–Festival wollten. Passend gechillt und mit Dreads lächelte er uns an, und wir lachten darüber, wie unwahrscheinlich doch so ein Treffen zu so einer Uhrzeit an so einem Ort sein würde. Nachdem wir alles notwendige zum Festival klärten (wir wussten, dass wir nichts genaues wussten, insbesondere, wie man denn nun dort hinkommen würde, aber immerhin wusste ich, wo der Taxi–Stand in Köln sein würde), tauschten auch wir uns ein wenig weiter aus. Mein Fahrkarten–Freund nutzte die Gelegenheit, um kurz ein wenig zu dösen. Vom nun Dritten im Bunde wiederum erfuhr ich, dass er gut durch Europa gekommen sei, soweit man eben ohne Reisepass aber dafür mit einem Daumen kommen würde. Dabei hätte er nur positive Erfahrungen gemacht, mit kleinen Gelegenheiten zum Arbeiten, aber besonders mit Menschen, die er dabei getroffen hätte. Nur auf Marseille, wo er trotz mit kaum mehr als seinen Klamotten und einem Zelt mit einem Messer am Strand überfallen worden wäre, kann ich in Zukunft verzichten.</p><p>Schließlich landeten wir wieder beim Festival. Zwar fuhr ich selbst nicht hin, hatte aber etwas über das sehr interessante <em>line–up</em> gelesen, und so kamen wir auf einige Interpreten gezielt zu sprechen. Im weiteren Verlauf erzählte er mir, dass es da durchaus Probleme bei einigen jamaikanischen gegeben hätte, weil es auf Jamaika in der Szene einen nicht gerade kleinen Teil gäbe, der extrem homophob sei, und durch schwulenfeindliche Äußerungen und gar Hasstiraden auffallen würde—2009 sei deswegen schon einem Interpreten die Einreise nach Deutschland verweigert worden. “Das ist zwar alles andere als in Ordnung, aber irgendwie auch verständlich”, erklärte er mir, da es über Jahrzehnte geduldete sexuelle Übergriffe auf insbesondere Jungen gegeben hat, und diese dann in den betroffenen Gruppen mit Homosexualität gleichgesetzt wurden, und sie mit diesem Hass aufwuchsen. “Der Ursprung des Rastafari im Alten Testament tat da sein Übriges”, ergänzte er. Insgesamt müsste noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, wobei es aber gute Hilfe von deutschen Künstlern gäbe, und auch deswegen solche Festivals noch immer durchaus politischen Charakter hätten.</p><p>Als wir dann schließlich über die Deutzer Brücke in den Bahnhof einrollten, mahnte uns ein etwas älterer Herr eine Reihe hinter uns an, doch nun bitte etwas ruhiger zu sein—schließlich wären wir in einem Ruhewagen, was wir wohl einfach nicht gesehen hatten. Er stieg dann allerdings ein paar Minuten später mit uns aus.</p><p>Im Bahnhof sollte sich dann noch ein weiter Mensch zu uns gesellen, der fröhlich auf uns zu torkelte, und wissen wollte, ob wir nicht auch zufällig zu dem Festival wollten. “Endlich Party, diese scheiß Zugfahrt!” Ich führte sie noch kurz zum Taxistand, wo die drei sich ein Taxi teilen wollten. Wir verabschiedeten uns dann, und ich hörte noch kurz, wie der Taxifahrer 30 Euro Festpreis verlangte, obwohl wir im Zug ausrechneten, dass es wohl um die 20 sein müssten. Sie gaben sich geschlagen, weil sie wohl alle aus ihren Gründen einfach nur noch zum Fühlinger See wollten. Da auch für mich keine Bahn weiter fuhr, gönnte ich mir ebenfalls ein Taxi.</p><p>Als ich zum nächsten Taxi ging, lächelte mich mich der Fahrer bereits an. “Sind 20 Euro, wollte ihm das Geschäft nicht vermiesen, das gibt sonst nur Stress unter Kollegen”, begrüßte er mich. Ich stieg ein, und klärte ihn auf, dass ich woanders hin wollte. Und da wollte ich schnell hin, weil ich selbst nur noch schlafen wollte. Das muss ich wohl irgendwie falsch kommuniziert haben, denn dann fing er mir an zu erzählen: Dass er die Ecke kennen würde, wohin er mich fahren sollte, weil das früher sein Zustellbezirk bei einem Paketdienst war. “Gute Zeiten”, erzählte er mir, und dann ging es los. Alles paar Wochen hätte er eine neue gehabt, die ich im Rückbereich vom Lieferwagen vögeln konnte, “willige Hausfrauen, die beliefert werden wollten”. Aber all das nur, während er verheiratet gewesen sei. “Danach wollte keine mehr”, erklärte er mir, “Frauen riechen, ob du in einer Beziehung bist, und wollen dich nur dann”. Dann fing er an, Taxi zu fahren, und seine besten Kundinnen seien Prostituierte gewesen, die in Düsseldorf arbeiteten und sich nach Köln in ihre Wohnungen fahren ließen, und anders herum. Das Internet und so große Läden wie das Pascha hätten das aber kaputt gemacht, weil das alles dann so normal wurde. Schließlich musste er mir dann noch erzählen, wie er meinte, dass Schwule schwul werden würden: Bei ihrem ersten Analverkehr würde eine Art männlicher G–Punkt stimuliert und aktiviert, “der den Gefickten schwul machen würde”. Dann klingelte sein Telefon, und mit Stolz sprach er laut mit einem Freund “um noch was klar zu machen”.</p><p>Ich war froh, dass wir da schon in der Nähe meiner Wohnung waren und er ohnehin hielt. Länger hätte ich nicht mehr mitfahren wollen und können ohne etwas loszutreten. Da ich mir aber nach all seinen Erzählungen sicher war, dass das sowieso nichts gebracht hätte, bezahlte ich, während er noch kurz telefonierte, und verließ schnell das Taxi. Endlich einfach nur noch nach Hause kommen und in Ruhe schlafen.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Nach+Dortmund+und+zur%C3%BCck+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vom Anfang und vom Ende</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 08:47:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[zufallsbekanntschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Besuch bei meinem Vater auf der Intensivüberwachungspflege, und dem Zuhören einer Geschichtes seiner Bettnachbarin, die seit 60 Jahren verheiratet ist.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/blick-aus-der-uni-klinik-mainz.jpg" title="Blick aus der Uni–Klinik Mainz"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/blick-aus-der-uni-klinik-mainz.jpg" alt="Blick aus der Uni–Klinik Mainz" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Blick aus der Uni–Klinik Mainz</figcaption></figure><p><strong>Vom Besuch bei meinem Vater auf der Intensivüberwachungspflege, und dem Zuhören einer Geschichtes seiner Bettnachbarin, die seit 60 Jahren verheiratet ist.</strong></p><hr /><p>Als wir meinen Vater im Krankenhaus auf der Intensivüberwachungspflege besuchten, lag neben ihm ein älterer Herr, der schwer mit sich kämpfte. Er stöhnte regelmäßig, und die Warnhinweise der Gerätschaften und an der Tür ließen darauf schließen, dass er sich in einem permanenten Warnzustand befand. All die Tage über, die wir dort verbrachten, wachte eine ungefähr ebenso alte Frau an seinem Bett. Sie sprach ihm gut zu, hielt seine Hand, und auch wenn er gelegentlich wach war und zum wiederholten mal in großer Anstrengung sagte, dass er einfach nicht mehr könne, ließ sie sich nicht davon abbringen.</p><p>Nach und nach kamen wir mit ihr ins Gespräch und erfuhren, dass sie seine Frau sei, und sie schon seit fast sechzig Jahren mit einander verheiratet wären. Sie erzählte, dass ihr Mann zum zweiten Mal operiert wurde, und er aufgrund seines hohen Alters nun mit den Nachwirkungen der Narkose, die nicht nachlassen wollten, kämpfte. Die medizinischen Umstände waren ihr sehr wohl bewusst, aber <em>dieser sture Bock</em> würde sich auch unabhängig seiner Äußerungen nicht davon irritieren lassen. Dafür sei er zu stolz! Sie erinnerte sich: er hätte sich schon immer ein wenig in sein Zimmer zurückgezogen, wenn es ihm nicht so gut ging. Nun war sie aber schon ein wenig böse auf ihn, dass er erst seinem Arzt und danach ihr von seinen Herzprobleme erzählte, nachdem er die Treppen wochenlang nur noch unter Schmerzen steigen konnte. So sei er aber schon immer gewesen, “wie die Männer halt so sind”. Ein trauriges Lächeln bei beiden anwesenden Ehefrauen. Sie erzählte dann auch, wie sie sich kennen lernten: “Mich interessierte nicht sein Geld—er hatte keines. Er konnte sich gerade ein Mofa leisten. Aber er war ein großer Tänzer, und er tanze mit mir durch die Nacht. Und er tanzte mit mir die Sorgen weg und schenkte mir immer ein Lächeln.” Und sie wollte noch mal mit ihm tanzen.</p><p>Ich würde ihm wünschen, dass es ihm wieder besser geht. Meinen Vater sehe ich inzwischen mit anderen Augen—und habe etwas über unnötigen Stolz gelernt.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Vom+Anfang+und+vom+Ende+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ausflug nach Düsseldorf</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 15:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anekdoten]]></category>
		<category><![CDATA[düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[zufallsbekanntschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Von einer surrealen Prozessionen, und was Ketchup mit Nanotechnologie zu tun hat.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/duesseldorf-rheinufer.jpg" title="Düsseldorf Rheinufer"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/duesseldorf-rheinufer.jpg" alt="Düsseldorf Rheinufer" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Düsseldorf Rheinufer</figcaption></figure><p><strong>Von einer surrealen Prozessionen, und was Ketchup mit Nanotechnologie zu tun hat.</strong></p><hr /><p>Während ich auf den Zug wartete, der dann später durch den nächsten, selbst verspäteten Zug ersetzt werden würde, las ich ein wenig. Nach und nach fuhren einige andere Züge ein, die nicht angekündigt waren, und so stand ich besser auf und schloss mich der langsam ungeduldig werdenden Menge an. Ich schaute mir dabei vergnügt einige Menschen an; die etwas ältere, übertrieben heraus geputzte Dame mit ihrer Louis Vuitton Tasche—sie stieg später auch wirklich in Düsseldorf aus—, einige Jugendliche, vielleicht auf dem Weg von oder zur Schule, und eine Frau mittleren Alters, die einen kleinen Hund dabei hatte.</p><p>Letztere erzählte etwas, in gehobener Lautstärke. Ein Mann stand bei ihr in der Nähe und war ihr zugewandt. Langsam fing sie an auch zu gestikulieren, als der Mann sie schließlich unterbrach und fragte, “Entschuldigen Sie bitte, aber reden Sie eigentlich mit mir?” Worauf hin die Frau entgegnete, “Nein, mit dem Hund. Ich bin doch nicht verrückt.”</p><p>Einige Zeit später, und schon in Düsseldorf, als ich in der Altstadt war, schalte es auf einmal durch an Laternenmasten angebrachte Lautsprecher. “Gott, Herr im Himmel, wir lieben dich. Jesus, der für unsere Sünden starb, wir lieben dich”, und andere, sich ständig wie ein Mantra wiederholende Bekenntnisse. Es folgte eine Prozession, bei deren Eintreffen schließlich Gesang ertönte. Zwei Reliquien wurden aufgebahrt, Geistliche in ihren Gewändern sollten ihnen folgen. Hinter ihnen liefen drei Schützenvereine, und abgerundet werden sollte die Menschenkette durch eine große Gruppe von Senioren, die andächtig auf ihre Papierzettel starten und wohl mitsangen. Danach setzten für einige Minuten die Mantren wieder ein, bis diese schließlich aufhörten, und einige der jüngeren Geistlichen zurückliefen, und schnell die Lautsprecher abbauten.</p><p>Wieder einige Zeit später, schon in Köln angekommen, gönnte ich mir aufgrund der sehr spät vorangeschrittenen Uhrzeit eine Rückfahrt mit dem Taxi. Ich unterhielt mich ein wenig mit dem Taxifahrer, der mich schließlich fragte, was ich denn so machen würde. Obwohl er bis dahin recht ruhig lauschte und fragte, unterbrach er mich in einer Bestimmtheit bei dem Wort Internet, und fragte mich, wie ich denn wohl die Entwicklung oder gar die Zukunft sehen würde. Ich entgegnete ihm, dass es wohl der Transhumanismus sei, und auf dem Weg dorthin die Erweiterung des menschlichen Körpers durch biologische oder technologische Maßnahmen. Auch hier hörte er dann wieder geduldig zu, und stellte nachdenklich einige Fragen. Als dann aber das Wort Nanotechnologie fiel, war’s dahin mit seiner angenehmen Ruhe, und wie ein plötzlicher Regenbruch erzählte er mir, wo sie bereits jetzt zu finden sei: in Klamotten, Farben, aber vor allem auch in Lebensmitteln. Und besonders im Ketchup. “Und das”, so sagte er mir, “finde ich überhaupt nicht gut.”</p><p>Zum “warum” sind wir leider nicht mehr gekommen; da war die Fahrt vorbei. Ich begab mich dann in meine Wohnung und hörte noch ein wenig Musik, während mir wieder einfiel, wie mir ein Freund mal erzählte, wie Loriot zu seinen Geschichten kommt: einfach nur aufmerksam Menschen zusehen und -hören.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Ausflug+nach+D%C3%BCsseldorf+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sampling als Bestandteil von Kultur</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 09:36:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[sampling]]></category>

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		<description><![CDATA[“Sampling: im Kontext der Musikproduktion das Aufgreifen von Teilen aus Schöpfungen von Dritten, um sie in eigene Werke zu integrieren oder neue damit zu erschaffen.”]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/warholike.jpg" title="Warholike"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/warholike.jpg" alt="Warholike" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Warholike</figcaption></figure><p><strong>“Sampling: im Kontext der Musikproduktion das Aufgreifen von Teilen aus Schöpfungen von Dritten, um sie in eigene Werke zu integrieren oder neue damit zu erschaffen.”</strong></p><hr /><p>Nach dieser Definition kann—und sollte—das Sampling auch als elementarer Bestandteil jeder Art von Kultur (mit eben Musik als einer ihrer komprimiertesten Ausdrücke) verstanden werden. Vom Kulturverständnis ganzer Nationen (zum Beispiel in Form des Integrations- oder gar Assimilationsverständnisses) über die Alltagskultur bis hin zu Subkulturen: ohne das ständige Übernehmen, um es wertfrei zu formulieren, und Um- und Einarbeiten in Bestehendes hätte es sicher keine Evolution von Kulturen gegeben (als Beispiel einer Hochkultur sei mal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich" title="Das römische Reich">das römische Reich</a> genannt).</p><div class="iframe"><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/wJfGkbcIcTk?rel=0&#038;t=10m47s" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></div><p><small>Zum Video: Der Song <q>High Plains Drifter</q> aus dem Album <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Paul%27s_Boutique" title="Wikipedia: Paul's Boutique"><q>Paul&#8217;s Boutique</q></a> von den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Beastie_Boys" title="Wikipedia: Beastie Boys"><cite>Beastie Boys</cite></a>. Das Album nutzt insgesamt 105 Samples. (Kein offizielles Video.)</small></p><p>Gerade in Form von Kulturgütern kann man die Auswirkungen des Samplings direkt erfahren, und um mit dem Beispiel der Musik fortzufahren (an dessen Stelle aber genauso Software-Patente stehen könnten): nahezu die gesamte Popkultur baut auf Sampling, Cover und Interpretation von bereits da gewesenem auf. Nicht sehr verwunderlich stößt das in einer Gesellschaft, die “geistiges Eigentum” als Macht- und Handelsinstrument betrachtet, immer wieder auf Kontroversen, und das nicht nur bei den Eigentümern und insbesondere den Verwerten von geglaubtem “geistigen Eigentum”, sondern auch bei Individuen, die an diesen Kulturgütern teilhaben. Statt aber zu akzeptieren, dass das Sampling nun mal stattfindet und eben Teil jeder Art von Kultur ist, und darauf aufzubauen, dass jemand denkt, dass das eigene Werk es wert ist in Teilen zitiert zu werden, und sich gegebenenfalls neue Möglichkeiten der Vergütung zu überlegen, entstehen aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz" title="Wikipedia: Kognitive Dissonanz">kognitiven Dissonanzen</a> die interessantesten Ansätze, um persönliche Ansprüche, wie auch immer geartet, zu rechtfertigen und einen konstruktiven Diskurs zu unterbinden.</p><p>Ich gehörte früher auch zu denen, die sich über das Sampling aufgeregt haben, bis ich eben begriffen habe, warum es auf Aggregatebene sogar gut ist: Am Ende profitiert die Allgemeinheit davon. Für den einzelnen, ursprünglichen Urheber, aber auch für den, der <i>samplet</i>, hat das andere Auswirkungen, unbestritten. Der Urheber kann sich jedoch ohnehin nicht gegen Sampling wehren (es könnte zwar vielleicht juristisch untersagt werden, aber nur, weil es nicht sein darf, wird es nicht aufhören zu passieren), und sollte sich vielleicht lieber darüber Gedanken machen, welche Implikation sein Schaffen hat, wenn er es in die Welt stellt. Der Anspruch auf Eigentum am eigenen Werk ist nicht abzustreiten, man kann aber auch davon leben, ohne die Rechte daran auf die abenteuerlichsten Weisen durchsetzen (es anderen unterbinden) zu wollen. Den großen Labels, gemein hin als Musikindustrie bezeichnet, sollte in diesem Zuge auch noch klar werden, dass die Interessen der Allgemeinheit eindeutig die (finanziellen) Interessen einiger weniger überwiegen (als kleinen Ausflug empfehle ich <a href="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Re-Ein-paar-Dinge-sind-mir-nicht-klar-bei-der-Sache/forum-151193/msg-16206772/read/" title="Heise Forum: Re: Ein paar Dinge sind mir nicht klar, bei der Sache">diesen Kommentar</a>, insbesondere zur Verhältnismäßigkeit des “Anspruchs” und dem Wunsch seiner Durchsetzung), und schließlich ihre gesamte Maschinerie auf Kulturgut aufbaut—und nicht umgekehrt.</p><p>Moralisch, das sei allerdings an dieser Stelle genau so erwähnt, sollte man sich als “Übernehmer” sehr wohl dazu äußern und dem Urheber des zitierten Werkes und eben dem Werk Tribut zollen (deswegen mag ich die <a href="http://de.creativecommons.org/" title="Creative Commons">Creative Commons</a>). Natürlich werden sich nicht alle daran halten, im schlimmsten Fall das Zitat als eigenes Werk ausgeben, aber deswegen darf es nicht anderen verboten werden, auch wenn es bestimmt unzufriedenstellend für den Urheber sein kann. Wenn allerdings anfangen wird, besonders gewerbsmäßig die Werke anderer in einem Maße zu zitieren, das eine eigene Schöpfung nicht mehr erkennbar ist (es eben ein Cover ist), greift das natürlich nicht mehr ohne Weiteres und der Urheber sollte entsprechend am Gewinn teilhaben dürfen. Aber auch hier sollte dem Schaffenden klar sein, dass Kulturgüter keine exklusiven Konsumgüter sind und sein können, und es offenbart sich das Problem des “geistigen Eigentums”: ein reines Konsumieren ohne Verarbeitung (wie auch immer diese aussieht) ist ohnehin nicht möglich.</p><div class="iframe"><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/3eVLGjnIIrc?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></div><p><small>Zum Video: Der Song <q>Jeep Sex</q> aus dem Album <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/My_Way_(Akufen_album)" title="Wikipedia: My Way (Akufen album)"><q>My Way</q></a> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Akufen" title="Wikipedia: Akufen"><cite>Akufen</cite></a>. Das Album nutzt ungefähr 2000 Samples, die der Künstler aus dem Radio aufgenommen hat. (Kein offizielles Video.)</small></p><p>Denjenigen, die das Sampling auf persönlicher Ebene stört, sei dann auch noch gesagt: “Was dem Urheber/Verwerter seine Angst an Verlust von Exklusivität (meistens realisiert durch Einnahmen) ist, ist dem Sampling abgeneigtem Musikfreund sein elitäres Gehabe.” Schließlich ist es eben oft genau das Sampling, dass einen neuen (musikalischen) Einfluss einer Zuhörerschaft eröffnen kann, die sich damit vielleicht sonst nicht beschäftigt hätte, sie es dann tut und es ihr gefällt.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Sampling+als+Bestandteil+von+Kultur+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Datenarchäologie</title>
		<link>http://nennmichben.de/anmerkungen/datenarchaeologie/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 17:42:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[langzeitarchivierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Datenarchäologe beschäftigt sich mit dem Wiederherstellen von Daten, die in obsoleten Medien- und Dateiformaten verloren gegangen sind, und begibt sich vielleicht auch selbst auf die Suche nach verlorenen Datenschätzen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/solingen.jpg" title="Solingen"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/solingen.jpg" alt="Solingen" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Solingen</figcaption></figure><p><strong>Der Datenarchäologe beschäftigt sich mit dem Wiederherstellen von Daten, die in obsoleten Medien- und Dateiformaten verloren gegangen sind, und begibt sich vielleicht auch selbst auf die Suche nach verlorenen Datenschätzen.</strong></p><hr /><p>Da dachte ich, ich hätte eine originelle Idee—und habe wieder einmal gemerkt, dass in dem Augenblick, in dem man darüber spricht oder es aufschreibt, sich immer jemand “in diesem Internet” finden lässt, der es bereits getan hat (als Ableitung daraus gilt auch unbedingt noch <a href="http://xkcd.com/305/" title="xkcd: Rule 34">Regel 34</a>).</p><p>Die Idee ist: die <em>Datenarchäologie</em>. In dieser Disziplin würde sich der Datenarchäologe mit dem Wiederherstellen von Daten beschäftigen, die in obsoleten Medien- und Dateiformaten verloren gegangen sind, und sich vielleicht auch selbst auf die Suche nach verlorenen Datenschätzen begeben. (Abenteuer muss sein.)</p><p><a href="http://www.physorg.com/news144343006.html" title="PhysOrg: 'Digital dark age' may doom some data">Szenarien sind bereits jetzt da</a>, bei denen solche Spezialisten ganze Arbeit leisten könnten. Und es gibt auch schon einen Eintrag zur Datenarchäologie bei Wikipedia, wenn auch momentan <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Data_archaeology" title="Wikipedia: Data archaeology">nur in der englischsprachigen</a>, der dazu auch noch recht kurz ist. Immerhin erfahren wir, dass <a href="http://www.worldwidewords.org/turnsofphrase/tp-dat1.htm" title="Word Wide Words: Data archaeology">der Begriff 1993</a> geprägt wurde, und es lassen sich mindestens ein aktiver <a href="http://www.google.de/search?hl=en&amp;safe=off&amp;q=%2B%22Reinhard+Altenh%C3%B6hner%22&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=" title="Google: Reinhard Altenhöhner"><q>Indiana Jones der Daten</q></a> sowie eine nette <a href="http://web.archive.org/web/20030717212213/http://hyperdis.de/hyperfiction/gvoon/2.html#Heading10" title="Datenarchäologe (Modeberuf des Jahres 2077)">kleine retrospektive Geschichte “aus der Zukunft”</a> ausmachen.</p><p>1993! Meine Notiz zu diesem Thema ist aus dem Jahr 2005, das wäre vermutlich knapp vor dem Eintrag auf Wikipedia gewesen. Ich hätte früher graben sollen. Immerhin bleibt mir ein immer wieder erwähnenswertes relevantes Thema: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung" title="Wikipedia: Langzeitarchivierung">die Langzeitarchivierung</a>:</p><blockquote>  <p>“Langzeitarchivierung” meint in diesem Zusammenhang mehr als die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben über Zeitspannen, während der steuerlich relevante tabellarisch strukturierte Daten verfügbar gehalten werden müssen. “Langzeit” ist die Umschreibung eines nicht näher fixierten Zeitraumes, währenddessen wesentliche, nicht vorhersehbare technologische und soziokulturelle Veränderungen eintreten; Veränderungen, die sowohl die Gestalt als auch die Nutzungssituation digitaler Ressourcen in rasanten Entwicklungszyklen vollständig umwälzen können.</p></blockquote><p>In dem Zusammenhang sei <a href="http://nestor.sub.uni-goettingen.de/handbuch/" title="Uni Göttingen: nestor-Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung"><cite>nestor</cite>: <q>Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung</q></a> unbedingt empfohlen, aus dem obiges Zitat stammt. Das Handbuch ist erfreulicherweise unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/deed.de" title="Creative Commons">Creative Commons</a> lizenziert.</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Datenarch%C3%A4ologie+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Roboter für daheim</title>
		<link>http://nennmichben.de/anmerkungen/roboter-fuer-daheim/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 16:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benjamin Wittorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anmerkungen]]></category>
		<category><![CDATA[roboter]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle paar Monate mal schaue ich, ob es nicht inzwischen einen (Unterhaltungs-)Roboter für daheim gibt, der am liebsten von sich aus Dinge tun kann—mehr als bloß laut in den Raum zu brüllen, Augen leuchten zu lassen und dabei den Kopf nach links und rechts und die Arme entgegengesetzt nach oben und unten zu bewegen—, und dazu auch noch bezahlbar ist.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure><a href="http://nennmichben.de/files/sites/2/smoke-and-bill.jpg" title="Einer von “Smoke &amp; Bill”"><img src="http://nennmichben.de/files/sites/2/smoke-and-bill.jpg" alt="Einer von “Smoke &amp; Bill”" width="100%" width="100%" /></a><figcaption>Einer von “Smoke &amp; Bill”</figcaption></figure><p><strong>Alle paar Monate mal schaue ich, ob es nicht inzwischen einen (Unterhaltungs-)Roboter für daheim gibt, der am liebsten von sich aus Dinge tun kann—mehr als bloß laut in den Raum zu brüllen, Augen leuchten zu lassen und dabei den Kopf nach links und rechts und die Arme entgegengesetzt nach oben und unten zu bewegen—, und dazu auch noch bezahlbar ist.</strong></p><hr /><p>Warum Unterhaltungs-Roboter für daheim? Weil ich es spannend und faszinierend finde, wie so ein (erschwinglicher und vor Ort funktionierender) Roboter Realität “wahrnimmt”, sich in ihr bewegt und auf Ereignisse reagiert—wo der Mensch es doch so selbstverständlich tut, ohne wirklich darüber nachzudenken. Solche Unterhaltungs-Roboter sind auch ein kleiner Spiegel: Was wir uns an interaktiver Unterhaltung wünschen, was wir in (tierischen) Begleitern sehen, und was für ein Verhalten wir von ihnen erwarten. Sie sollen uns erkennen, individuell reagieren, Gefühle zeigen, unsere Aufmerksamkeit verlangen aber genauso auf Befehle gehorchen, und dass wir ihnen eben Dinge beibringen können. In ihre Routinen interpretieren wir dann auch zu gerne menschliches Verhalten.</p><p>Besonders die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie" title="Wikipedia: Autonomie">autonomen</a> Unterhaltungs-Roboter interessieren mich. Um es vorweg zu nehmen: Da hat sich in den letzten zehn Jahren nicht viel getan, und das wiederum bedeutet: die erschwinglichen selbstständigen sind ein überschaubares Feld, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Autarkie" title="Wikipedia: Autarkie">autarken</a> eine echte Seltenheit (autark im Sinne von “sich selbst mit Strom versorgen”, nicht Strom selbst herstellen).</p><p>Es folgt also eine Übersicht von Robotern, die ich bei der Suche gefunden habe, die erschwinglich sind, dabei aber schon recht komplexe motorische Abläufe und, wenn schon nicht autonom dann nicht-triviale Unterhaltung beherrschen, und im Idealfall differenziert programmierbar sind.</p><h2>Die Roboter</h2><h3><cite>iRobot</cite> <q>Roomba</q></h3><p>Fange ich direkt mal mit der Ausnahme der Regel an. Denn der erste autonome Roboter, der mir bei meiner Suche begegnete, war der <a href="http://www.irobot.com" title="iRobot: Roomba">Roomba</a>: Ein Reinigungsroboter, erhältlich als Staubsaug- oder Putz-Einheit. Immerhin, und das finde ich recht beachtlich, gibt es also schon Massenmarkt- und damit Endverbraucher-taugliche automatische Haushaltshilfen. Nicht schlecht. Zudem ist das Ding sogar autark, und begibt sich nach verrichteter Arbeit selbstständig zurück in seine Ladestation, um auf seinen nächsten automatischen Einsatz voll geladen warten zu können. Bemerkenswert ist natürlich der Firmenname “iRobot”, bei dem ich mich frage, ob die Namensgeber das einfach “i”–hip fanden oder tatsächlich etwas aus der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ich,_der_Robot" title="Wikipedia: Ich, der Robot">Kurzgeschichtenreihe</a> gelesen haben. Auf der anderen Seite: sie bieten auch <a href="http://www.irobot.com/global/de/explore_irobot/government_industrial_robots.aspx" title="iRobot: Governmental / industrial robots">Militärequipment</a> an. <em>Ab 349 Euro.</em></p><h3><cite>BalBots</cite> <q>BalBot Advanced</q></h3><p>Vielleicht muss ich <a href="http://www.balbots.com/product_info.php?products_id=28" title="BakBots: BalBot Advanced">diesen Roboter</a> nicht so recht verstehen, oder er liefert schlicht nicht die Unterhaltung, die ich meine. Ein eingelaufener <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Segway" title="Wikipedia: Segway">Segway</a>, dafür unbemannt. Er balanciert selbstständig, man kann ihn mit einer Menge Sensoren erweitern und selbst programmieren (als Beispielprogramm kann er selbständig Objekten ausweichen). Vielleicht, um im Duett Boxen zu transportieren, um immer das perfekte Stereovergnügen zu bereiten? Fahrende, verfolgende Buchablage? Fernbedienung in greifbarer Nähe? Das wohl aktivste herum stehen. <em>549 Dollar.</em></p><h3><cite>Kondo</cite> <q>KHR-3HV</q></h3><p><a href="http://kondo-robot.com/sys/khr-3hv-black-limited" title="Kondo: KHR-3HV">Ein Roboter (wie der BalBot) zum selbst zusammenbauen</a>, der direkt aus einem asiatischen Sci-Fi-Streifen zu kommen scheint. Seine motorischen Fähigkeiten klingen sehr wichtig und hochgradig leistungsfähig—und scheint geradezu dem asiatischen Klischee entsprechend zu Kung-Fu-Bewegungen und anderen (einfacheren) akrobatischen Manövern in der Lage zu sein. Er ist fernsteuerbar, aber ebenso programmierbar, und das auf anspruchsvollerer Ebene. Ob er schon Fußball gespielt hat, weiß ich nicht, mit genug (eigenem) Aufwand jedenfalls könnte er ein kleiner Alleinunterhalter oder der des-Nachbars-Roboter-Plattmacher sein. Auch wenn er also keine Unterhaltung aus der Box liefert: Da man ihn auch selbst zusammen bauen muss, macht der bestimmt auf seine Weise Spaß und wächst einem so ans Herz. Autark kann er wohl aber nicht sein. <em>869 Euro.</em></p><h3><cite>Nuvo</cite> <q>Nuvo</q></h3><p>Auch eine Ausnahme bildet der <a href="http://nuvo.jp/nuvo_home_e.html" title="Nuvo">Nuvo</a>, der mit seinem horrenden Preis aus der Reihe fällt. Ein anderes Problem ist außerdem, dass nicht so ganz klar ist, was dieser Roboter eigentlich überhaupt tut, außer teuer zu sein, Musik zu spielen, Augen leuchten zu lassen, den Kopf zu drehen, Arme auf und ab zu bewegen… Immerhin sieht er dabei drollig aus, und scheint Gegenständen beim herum laufen auszuweichen—und kann seine Umgebung überwachen, was wohl der “familienfreundliche” Einsatzzweck sein könnte. <em>7000 Dollar.</em></p><h3><cite>Lego Mindstorms</cite> <q>NXT 2.0</q></h3><p>Frankenstein(s Monster) für Anfänger! <a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_3_9?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Daps&amp;field-keywords=mindstorms+nxt+2.0&amp;sprefix=mindstorm%2Caps%2C242" title="Amazon: NXT 2.0">Lego</a> habe ich als Kind geliebt, aber ich weiß nicht, ob mir das Programmieren da schon Spaß gemacht hätte—eben weil ich mir bestimmt lieber einen “fertigen” Spielkameraden gewünscht hätte, den man Lego-typisch optisch umgestalten kann, als mich erst mit seinem “Denken” beschäftigen zu müssen. (Kein Kandidat fürs <a href="http://mit.edu/" title="Massachusetts Institute of Technology">MIT</a> oder <a href="http://www.fraunhofer.de/" title="Fraunhofer Gesellschaft">Fraunhofer</a>.) Es gibt eine sehr aktive globale Gemeinschaft zu den Mindstorms, was bestimmt einen hervorragenden Einstieg eben in die Programmierung von Robotern bietet. Allerdings unterstelle ich den Lego-Robotern mal prinzipiell nicht so ausgereifte Motorik, was zumindest mir als Konsument den Unterhaltungsfaktor schmälert. <em>299 Euro.</em></p><h3><cite>Multiplex</cite> <q>Robonova</q></h3><p>Ein weiteres <a href="http://www.robonova.de/store/home.php" title="Multiplex Robonova">Roboter-Kit</a>, das nicht ganz so <em>bad-ass</em> aussieht wie der Kondo, im wesentlichen aber dieselbe Funktionalität verspricht. Es gibt ein paar interessante <a href="http://www.robonova.de/store/home.php?cat=2" title="Hitec Robotics: Videos">Beispiel-Videos</a>, nur solange der—genau wie der Kondo—nicht fröhlich durch die Wohnung stapft, mich erinnert, mich ein wenig zu bewegen, Schuhe zur Seite stellt, die Nachbarin ärgert, für mich ein Buch aus dem Regal holt oder meinetwegen auch nur die Untiefen unter meinem Bett erkundet und von dort berichtet, ist so ein humanoider Roboter nichts für mich. Auch wenn die Mechanik beeindruckend ist, und mich das Programmieren reizt. <em>639 Euro.</em></p><h3><cite>WowWee</cite> <q>Roboraptor</q></h3><p>Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Robotern ist der <a href="http://www.wowwee.com/en/products/toys/robots/robotics/robocreatures/roboraptor" title="WowWee Roporaptor">Roboraptor</a> wirklich ein Spielzeug (stellvertretend für seine Artgenossen aus der <a href="http://www.wowwee.com/en/products/toys/robots/robotics/robocreatures" title="WowWee Robocreatures">“Robocreatures”-Reihe</a>). Er ist fernsteuerbar, kann aber auch “von sich aus” die Gegend erkunden, Katzen erschrecken (und langsam verfolgen) und als Bewegungsmelder dienen. Das war&#8217;s wohl aber auch schon. Auch nicht so gut: er ist für den Betrieb mit Batterien ausgelegt. <em>119 Dollar.</em></p><h3><cite>Innvo Labs</cite> <q>Pleo</q></h3><p><a href="http://www.pleoworld.com/" title="Pleo">Dinosaurier als Roboter</a> sind wohl chic: Hier ist es ein von sich aus die Welt erkundender Roboter (genauer: das gut vorspielt), der erwachsen wird und eine künstliche Persönlichkeit entwickeln kann. Er reagiert außerdem auf andere Pleos—was bestimmt nur zufällig ein tolles Kaufargument für andere Besitzer ist—um mit ihnen zu interagieren. Augenmerk scheint besonders auf den Ausdruck von Gefühlen gelegt worden zu sein. Wohl der (in Produktion befindliche) Roboter, der einem elektronischen Haustier am nächsten kommt. <em>349 Dollar.</em></p><h3>In Erinnerung: <cite>Sony</cite> <q>Aibo</q></h3><p>Der <a href="http://support.sony-europe.com/aibo/" title="Sony Aibo">Aibo</a> wird von Sony leider nicht mehr weiter vertrieben und gepflegt, und sei an dieser Stelle deshalb ehrenhalber erwähnt. Mit ihm hatte Sony den ersten Unterhaltungsroboter für den Massenmarkt produziert. Einem Hund nachgebildet kann der Aibo mit seinem Ball spielen, ein paar Tricks beigebracht bekommen, aber auch andere Hunde-untypische Dinge machen (zum Beispiel ein Foto-Tagebuch führen). Außerdem ist er in der Lage, selbstständig seine Ladestation aufzusuchen und zu verlassen (ist das denn so schwer für die anderen)! Eine noch treue Fan-Gemeinde pflegt das Vermächtnis weiter; der Aibo ist schließlich nicht nur erweiter- sondern auch programmierbar. Leider schon nicht mehr ganz so erschwinglich, auch wenn er noch als Neuware erhältlich ist. <em>Ab 1129 Euro.</em></p><h3>Und sonst…</h3><p>Nicht genauer angesehen, aber recht unterhaltsam soll wohl der <a href="http://www.takaratomy.co.jp/english/index.html" title="Tomy I-SOBOT">i-Sobot von Tomy</a> sein (<a href="http://www.amazon.com/Tomy-7365-I-SOBOT-Robot/product-reviews/B000US3SVA/ref=cm_cr_dp_all_helpful?ie=UTF8&amp;coliid=&amp;showViewpoints=1&amp;colid=&amp;sortBy=bySubmissionDateDescending" title="Amazon.com: Customer reviews Tomy I-SOBOT Robot">Amazon-Kundenrezensionen</a>), der sich zwischen Spielzeug und anspruchsvollerem Roboter befindet (299 Dollar), aber keinen <em>free roam</em>-Modus hat. Was den geneigten Leser aber wohl wirklich interessiert, natürlich aus rein allgemeinem Interesse: Sex-Roboter. Da verweise ich aber einfach auf einen Artikel bei <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-54230942.html" title="Spiegel Online: Liebhaber mit Platine">Spiegel Online</a>, und etwas aktueller bei <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31853/1.html" title="Telepolis: Der ultimative Sexroboter">Telepolis</a>.</p><h2>Schlussbemerkungen</h2><p>Hätte ich das Geld “übrig”, würde ich mir einen Aibo kaufen. Mit ihm begann meine Faszination für Schaltkreise auf Beinen daheim, und noch immer scheint er auch von seiner “Art” her der ansprechendste Roboter zu sein. Der Pleo mit ähnlichen Funktionen ist mir zu sehr Spielzeug. Von den tatsächlichen Möglichkeiten reizt mich der Kondo oder auch Multiplex zwar mehr, aber ich weiß schon jetzt, <a href="http://dlbit.de/" title="D.L.Bit">mit Dank an Thomas</a>, dass dem eben nicht mal so etwas beigebracht ist, dass ihn autonom auftreten lässt, ganz besonders die Dinge, die wir Menschen für so selbstverständlich halten, und für mich Zeitpunkt des Erwerbs, Zeitpunkt der ersten brauchbaren Resultate und aufgewandtes Geld nicht so ganz zu vereinbaren sind. Irgendwann. Und bis dahin habe ich noch einen uralten Robosapien (natürlich “getuned”).</p><hr /><p><small>Nenn&#039; mich Ben.</small><img src="https://systempunkt.net/node/ax/piwik/piwik.php?idsite=10&rec=1&action_name=Roboter+f%C3%BCr+daheim+%E2%80%94+Nenn%26%23039%3B+mich+Ben." style="border:0" alt="" /></p>]]></content:encoded>
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